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Vier Wochen nach der Massenpanik auf der Duisburger Loveparade mit 21 Toten erhebt Veranstalter Rainer Schaller schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Die Einsatzkräfte hätten «aus unerklärlichen Gründen» drei Sperrketten eingerichtet, als sich die Menschen ab 15.50 Uhr vor den Zugängen im westlichen und im östlichen Bereich des Veranstaltungsgeländes stauten, sagte er dem «Spiegel». Diese Ketten seien «vermutlich die Ursache der Katastrophe» gewesen: «Für uns stellt sich die Frage, warum die Polizei dies tat.»
Schaller will nun das gesamte Videomaterial seiner sieben Überwachungskameras mit einer Laufzeit von über 22 Stunden ins Internet stellen. «Jeder soll sich selbst ein Bild von den Abläufen machen können», sagte er dem «Spiegel».
Er werde unterdessen nicht vor dem Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags aussagen, der sich am kommenden Donnerstag in Düsseldorf zum wiederholten Male mit der Duisburger Katastrophe beschäftigt. Er werde aber Vertreter seiner Firma schicken.
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Gut vier Wochen nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten und Hunderten Verletzten hat der Veranstalter Rainer Schaller die Überwachungsvideos im Internet veröffentlicht.
"Jeder soll sich selbst ein Bild von den Abläufen machen können", hatte der Manager am Wochenende laut "Spiegel" erklärt. Die Duisburger Staatsanwaltschaft hatte offenbar versucht, die Veröffentlichung zu verhindern, dafür aber keine Handhabe gesehen.
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Dem Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, zufolge hatte die Staatsanwaltschaft Duisburg keine rechtliche Handhabe, die Veröffentlichung der Überwachungsvideos zu verhindern. Die Behörde habe aber Schaller in einem Schreiben "dringend aufgefordert, das Material der sieben Überwachungskameras aus Gründen der Pietät und Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht zu veröffentlichen", sagte Wendt, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
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Das in einem Hochhaus untergebrachte Lagezentrum von Veranstalter und Polizei bei der Duisburger Loveparade litt offenbar in der kritischen Phase der Veranstaltung zeitweise unter technischen Störungen. Das sagte der Geschäftsführer eines der beteiligten Sicherheitsunternehmen dem WDR-Magazin «Westpol».
Der Experte führte aus: «Es gab Kamerabilder, die plötzlich verschwanden. Das heißt: In den Splitscreen-Monitoren verschwanden verschiedene Ausschnitte. Es gab Spezialisten, die sich darum bemüht haben, die die Kameras steuern konnten. Und deren Mitteilung war einfach: Die Kameras sind ausgefallen in diesen Bereichen.»
Erst Stunden später habe man herausgefunden, dass die Kameras durch hochkletternde Loveparade-Besucher beschädigt oder Kabel zerrissen worden seien, weil Menschen versucht hätten, zu flüchten.
Das Innenministerium hat gegenüber «Westpol» eine Stellungnahme zu dieser Aussage abgelehnt.
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Ein neues Rechtsgutachten zur Aufarbeitung des Unglücks bei der Loveparade mit 21 Toten setzt die Stadt Duisburg erheblich unter Druck. Sie war demnach allein für die Sicherheit der Veranstaltung verantwortlich, wie aus dem vom Landesinnenministerium in Auftrag gegebenen und am Mittwoch in Düsseldorf vorgestellten Gutachten hervorgeht.
So habe sowohl die Aufsicht über die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften «ausschließlich» wie auch die «übergreifende Zuständigkeit für die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung innerhalb und außerhalb des Veranstaltungsgeländes» bei der Stadt gelegen, heißt es in dem Gutachten. Auch die Entscheidung, ob das Veranstaltungsgelände wegen Überfüllung hätte geschlossen werden sollen, habe nur die Stadt treffen können.
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