Ladendetektiv oder Doorman?

Es gibt 24 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von badisch_nsl.

  • Nach meinen Beobachtungen werden seit einiger Zeit Ladendetektive als "Doorman" eingestellt und benötigen daher auch KEINE (!) SKP.
    Es gibt gemischte Einsatzgruppen, die alle dieselben Tätigkeiten ausüben und sich untereinder auch abwechseln. Der "Doorman" ist also kein Begrpßungsonkel wie vor einem Hotel. Wenn er Taschenkontrollen vornehmen muss, Anzeigen erstatten, Diebe verfolgen, "fremdes Eigentum bewachen" muss, warum benötigt er dann keine SKP?

  • Schwachsinn!


    Da es als Doorman nunmal zwangsläufig in deinen Aufgabenbereich fällt dich auch um Diebststähle zu kümmern.
    Und wenn es nur Diebstähle vom Ladenpersonal festgestellt werden, werden sie den potenziellen Dieb ja so oder so bei dir "abladen" da du ja der "Wachmann" der Filiale bist...


    Siehe schlicht und einfach §34a Gewerbeordnung:

    Zitat

    Der Gewerbetreibende darf mit der Durchführung von Bewachungsaufgaben nur Personen beschäftigen, die die Voraussetzungen nach Satz 3 Nr. 1 und 3 erfüllen. Für die Durchführung folgender Tätigkeiten ist der Nachweis einer vor der Industrie- und Handelskammer erfolgreich abgelegten Sachkundeprüfung erforderlich:


    1. Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr,
    2. Schutz vor Ladendieben,
    3. Bewachungen im Einlassbereich von gastgewerblichen Diskotheken


    Meine persönliche Erfahrung bzw. Meinung, Firmen die das tuen versuchen meist nur den etwas höheren Tariflohn des Detektiv's zu umgehen...
    Bzw. versuchen sich auch gezielt Leute ins Haus zu holen die keine "Ausbildung" und damit keine Ahnung haben, solche Mitarbeiter stellen nämlich keine kritischen Fragen... :puke:

    Dieb: "Unterstellen sie mir etwa das ich klauen würde? Das habe ich doch garnicht nötig..."


    Detektiv: "Ich unterstelle nicht, ich stelle fest. Entscheidener Unterscheid!" lol01

  • Ja, daran dachte ich zunächst auch.
    Jedoch, wenn Auftraggeber und Arbeitgeber zugleich behaupten, der "Doorman" übe KEINE " Bewachungstätigkeit" aus, und wer soll das kontrollieren, dann kommt man damit durch. Es ist sogar ein Fall bekannt geworden, in dem vom Job Center aus eine solche Vermittlung stattfand unter Androhung von Konsequenzen, wenn der zu Vermittelnde weiter behaupte, dass er dafür mangels SKP nicht geeignet sei.


    Die Gewerbebehörde stellt sich dazu bisher taub.
    Vom Tariflohn kann man auch nicht unbedingt ausgehen. Die Allgemeinverbindlichkeit wurde ja beim LTV 31 und offensichtlicher Billigung von Ver.di dahingehend untergraben, dass diese nun nicht flächendeckend für Tätigkeiten (!) im Geltungsbereich herrscht, sondern lediglich für dort niedergelassene Firmen und Gewerkschaftsmitglieder unter deren AN. Ist das Unternehmen in einem anderen Bundesland "offiziell" registriert, darf es sich nach den dort geletenden Bestimmungen orientieren. Davon sind m.E. zahlreiche Kollegen aus den Beitrittsländern betroffen, die zuhause zwar eingestellt werden, jedoch ausschließlich im Westen arbeiten. Unter den Auftraggebern insgesamt befinden sich auch viele Behörden und sogar die BA.


    Hat der Arbeitgeber seine Fahne als Bewachungsunternehmer ausgetauscht zum nunmehrigen Zeitarbeitsunternehmer, was er illegal ohndies seit Beginn war, fällt der (neu) eingestellte Wachmann bzw. Doorman völlig durch und wird nach, wenn es gut geht, iGZ/DGB-Tarifwerk bezahlt, wobei Ver.di ebefalls mit seinem FB beteiligt war...


    Als Rentner bin ich zwar kein persönlich Betroffener, werde aber von jüngeren Kollegen öfters um Stellungnahmen gebeten, die ich quasi ehrenamtlich zu besorgen versuche (und mir dadurch viele gute Freunde in Behörden schaffte...). Die mich kennen, erreichen mich immer, auch ganz im Gegensatz zur landesweiten, tagelangen Nichterreichbarkeit einer gewissen Gewerkschaft oder mangels Mitgliedschaft einen zuständigen Bewachungsunternehmerverband. Sie werden bei Rückfragen auch von Behörden nicht abgeschmettert mit Totschlagargumenten wie "Datenschutz" oder "Rechtsberatungsgesetz".

  • Erstmal von welchem Bundesland reden wir? Weil Tarif hin oder her haben ja eh nicht alle Bundesländer unterschiedliche Tarifgruppen für "Doorman im Einzelhandel" und den "Kaufhausdetektiv" (zumindestens die Formulierungen in Berlin/Brandenburg).


    Wenn der Doorman keine "Bewachungstätigkeit" ausübt wofür bezahlt den der Auftraggeber? Gibt es objektbezogene Dienstanweisungen die Aufgaben regeln? Wenn ja was steht drin?
    Oder was erwarten die Ansprechpartner des Auftraggebers (Filialleiter/ Bezirksleiter o.Ä.) denn konkret vor Ort? Türaufhalten oder was?


    Man nimmt doch das Hausrecht des Auftraggebers war. Sprich Hausverbote durchsetzen. "verbotene Eigenmachten" von Kunden unterbinden bzw. beenden.
    Und das von dir erwähnte: Taschenkontrollen, Anzeigen erstatten, Diebe verfolgen, ist ja auch mehr als eindeutig.



    Was der Auftraggeber natürlich tun könnte um die Bewachungsverordnung zu umgehen währe das er den Doorman selber anstellt und bezahlt, denn dann würde dieser ja nichtmehr fremdes Eigentum bewachen sondern "eigenes" und damit ist die BeWachV ja hinfällig.


    Und sollte es sich um ein "Zeitarbeitsunternehmen" handeln, letzte Instant der Zoll: Finanzkontrolle Schwarzarbeit
    Meiner Meinung nach, schnellstens einen neuen Arbeitgeber suchen

    Dieb: "Unterstellen sie mir etwa das ich klauen würde? Das habe ich doch garnicht nötig..."


    Detektiv: "Ich unterstelle nicht, ich stelle fest. Entscheidener Unterscheid!" lol01

  • 31 muss Bayern sein.


    Generell: :hmm:


    g`day

    daffi


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    Wer mich zur Sau machen will, wird merken, dass ich ein Schwein sein kann...
    ---
    Wir sprechen uns noch...
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    VDK ----- Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

  • Oder was erwarten die Ansprechpartner des Auftraggebers (Filialleiter/ Bezirksleiter o.Ä.) denn konkret vor Ort? Türaufhalten oder was?


    Gibt es...


    Es gibt Sicherheitspersonal in und vor allem an und vor Märkten, die - per schriftlichem Auftrag und DA geregelt - nicht zum Schutz vor Ladendieben vor Ort sind, sondern beispielsweise wegen anderer Probleme wie Belästigungen von Kunden, Vandalismus etc.
    Bei uns bzw. einem Großauftraggeber von uns ist das beispielsweise so. Wir haben da nicht generell Doormen in den Märkten, sondern nur vereinzelt je nach konkreter Lage und Anforderung durch den Marktleiter bzw. dessen Bezirksleiter.
    Schutz vor Ladendieben ist da dann auch ausdrücklich nicht Aufgabe der Doormen. Das machen andere, auch von einem ganz anderen Auftragnehmer.


    Es kommt tatsächlich auf die genaue Aufgabenstellung an, ob nun die SKP gefordert ist oder nicht. Man kann nicht generell den Schutz von Ladendieben und damit auch jedem Doorman die SKP-Pflicht unterstellen.

  • das ist doch alles Pillepalle
    wenn man das Aufgabengebiet eines Doorman vertraglich bewusst so definiert, daß er nicht unter gewisse Bestimmungen fallen soll,
    wird doch in der Praxis trotzdem etwas ganz anderes erwartet
    das ist derselbe Etikettenschwindel, wie er mit dem Begriff "Allgemeinverbindlichkeit" bei Tarifverträgen betrieben wird, die dann letztendlich so eingeschränkt und mit Ausnahmen versehen wird, daß der ursprüngliche Tarifvertrag gar nicht mehr gemeint ist................
    im Endeffekt läuft diese "Erbsenzählerei" immer auf Kosten des "kleinen AN"

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)


  • wenn man das Aufgabengebiet eines Doorman vertraglich bewusst so definiert, daß er nicht unter gewisse Bestimmungen fallen soll,
    wird doch in der Praxis trotzdem etwas ganz anderes erwartet


    Wie so oft: Bitte nicht pauschalisieren.
    Unsere Doormen werden eben nicht zum Schutz vor Ladendieben angefordert, sondern eben aus anderen Gründen - wie bereits beschrieben. Von den Doormen wird daher auch nichts anderes erwartet als das, wofür sie angefordert werden. Die Dauer der Einsätze im jeweiligen Markt liegt zwischen wenigen Tagen bis einigen Wochen. Eben so lange, wie das Problem existiert, wofür die Doormen angefordert wurden.


    Der Schutz vor Ladendieben wird von Anderen übernommen, auch von einer ganz anderen Firma die mit uns rein gar nichts zu tun hat. Jene haben nur den Auftrag "Schutz vor Ladendieben", wir haben den Auftrag "Allgemeine Bewachung".
    Die Ladendetektive sind immer unterwegs, unsere Wachleute (Doormen) nur auf spezielle Anforderung für ein spezielles Problem.


    Von unseren Doormen kann daher auch vom Marktpersonal gar nichts anderes erwartet werden als das, wofür die Doormen angefordert werden.

  • das mit dem "pauschalieren" ist so eine Sache



    je länger ich in diesem Gewerbe tätig bin - es mögen nun um die 30 Jahre sein - umso mehr gewinne ich den Eindruck,
    bis auf wenige Ausnahmen - sind alle AG gleich


    und gerade die, die sich Pauschalisierungen verbeten, sind bei genauer und objektiver Betrachtung eben nicht die berühmte Ausnahme


    momentan habe ich gerade einen AG-Wechsel hinter mir -
    aufgrund der Tatsache, daß ich in einer gewissen Ebene einstieg, kann ich mich nicht beklagen,
    allerdings erlebe ich jeden Tag, daß mein Eindruck keinesfalls auf die vielen Hundert "Indianer" übertragbar wäre,
    die -entweder als eigenes Personal oder auch über Fremdfirmen beschäftigt werden


    die Bedingungen, unter denen sie arbeiten müssen/sollen, erfüllen alle pauschalen Klischees, die an negativen Erfahrungen immer wieder mitgeteilt werden


    es ist daher in meinen Augen ein eklatanter Unterschied zwischen dem, was offiziell verlangt und praktisch gefordert wird


    auf deutsch : egal, was man als "kleiner AN" laut Arbeitsvertrag machen müsste, erwartet wird "alles"
    und in der Praxis wird auch niemand - weder der AG, noch der Auftraggeber, noch der AN selbst, genau unterscheiden, dies wäre zu machen, dies wäre nicht zu machen, dies darf man tun, dies darf man nicht tun (weil z.B. eine Unterweisung fehlen würde)

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)


  • je länger ich in diesem Gewerbe tätig bin - es mögen nun um die 30 Jahre sein - umso mehr gewinne ich den Eindruck, bis auf wenige Ausnahmen - sind alle AG gleich


    Mag sein, nur in unserem Falle ist es nicht Sache des Arbeitgebers (ich denke, "AG" steht hier für Arbeitgeber), sondern des Auftraggebers. Wie gesagt: Die Anforderungen und damit die Aufgaben sind klar umschrieben - alle Beteiligten wissen, was zu tun ist und wofür der Doorman da ist. Und wofür der bzw. die Andere(n) da ist/sind, der/die nicht von uns auf spezielle Anforderung komm(en)t sondern immer da ist/sind.


    Da wird nichts getrickst, und auch nichts "schön geschrieben", um der SKP-Pflicht zu entgehen: Uns kann es eigentlich egal sein, ob der Doorman jetzt auf einmal auch vor Ladendieben schützen soll und daher die SKP benötigt - er hat sie ohnehin: Die SKP ist bei uns praktisch Standard, auch wenn sie rechtlich für die meisten Bewachungstätigkeiten, die wir durchführen gar nicht notwendig wäre.


    Vom Tarif her macht es auch keinen Unterschied, ob der Wachmann nun die SKP hat oder nicht, beide bekommen den gleichen Tariflohn, und damit ist auch der Stundensatz für den Auftraggeber gleich, egal ob da nun die SKP für den konkreten Auftrag gefordert ist oder nicht.
    Für uns (wie auch für den Kunden) ist es folglich völlig egal und wir ziehen keinerlei Nutzen drauss, wenn dem Doorman eine "schöngefärbte" Aufgabenbeschreibung gegeben wird um der SKP-Pflicht zu entgehen.


    Aber es ist eben so, dass aufgrund der konkreten Anforderung und der damit verbundenen Aufgabenstellung seitens des Auftraggebers die Tätigkeit "unserer" Doormen nicht unter "Schutz vor Ladendieben" fällt und damit auch nicht die SKP gefordert ist.
    Es ist halt - vor allem rechtlich in Bezug auf SKP-Pflicht - ein Unterschied, ob ich nun betrunkene und pöbelnde Typen vom Markt fernhalten soll oder ob ich Ladendiebe erwischen soll.


  • Aber es ist eben so, dass aufgrund der konkreten Anforderung und der damit verbundenen Aufgabenstellung seitens des Auftraggebers die Tätigkeit "unserer" Doormen nicht unter "Schutz vor Ladendieben" fällt und damit auch nicht die SKP gefordert ist.
    Es ist halt - vor allem rechtlich in Bezug auf SKP-Pflicht - ein Unterschied, ob ich nun betrunkene und pöbelnde Typen vom Markt fernhalten soll oder ob ich Ladendiebe erwischen soll.


    tja, da sind wir schon beim nächsten Problem


    der, der Ladendiebe erwischen soll, braucht eine Prüfung


    der, der Pöbler oder Betrunkene abhalten soll, nicht


    wo wäre da der Ansatzpunkt, behaupten zu wollen, die eine Tätigkeit wäre nun so viel anspruchsvoller, daß man nur geprüfte Leute einsetzen dürfte ?


    klar, es ist einfach mal so geregelt, und damit ist man auch auf der sicheren Seite, wenn man diese Regeln beachtet,
    wobei du schon recht hast, daß es einem größeren AG egal sein kann, ob SKP gefordert wird oder nicht,
    außer er hat eben gerade niemanden mit SKP zur Verfügung oder es handelt sich um kleine Klitschen, Sub vom Sub usw.,
    wo gerade mal der Chef die SKP hat ...............

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)


  • Also. als jemand der sowohl Doorman als auch als Ladendetektiv arbeit und das auch in einer Firma die nur den Einzelhandel betreut, auch mit mobilen Streifen (die bei uns auch als Doorman bezahlt werden und nicht als Revierfahrer!)


    Die Definition über den Schutz vor Diebstählen. Ansichtssache:


    Die reine Anwesenheit eines sichtbaren Sicherheitsmitarbeiters, stellt m.M.n. bereits einen "Schutz" dar, nämlich den das der Täter evtl erst garnicht den Laden betritt...
    Wo hingegen ein Detektiv ja eigendlich vor keinem Diebstahl schützt sondern ihn nur bemerkt und den Täter aufhält...


    Und wenn man es genau nehmen möchte erfüllt der Doorman ja sogar auchnoch Punkt 1. Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr.



    Und ganz ehrlich es gibt echt noch Auftraggeber die so dumm sind sich Leute ohne "Ahnung" ins Haus zu holen? :hmm:
    Bei uns achten die AG da zum glück massig drauf wat für Leute in ihren Geschäften stehen

    Dieb: "Unterstellen sie mir etwa das ich klauen würde? Das habe ich doch garnicht nötig..."


    Detektiv: "Ich unterstelle nicht, ich stelle fest. Entscheidener Unterscheid!" lol01

  • Und wenn man es genau nehmen möchte erfüllt der Doorman ja sogar auchnoch Punkt 1. Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr.


    Und wo findet der Kontrollgang statt? Dieser ist zwingend notwendig im Hausrechtsbereich mit tatsächlich öffentlichem Verkehr.
    Erst dann ist der Punkt 1 vollständig erfüllt.

  • Also ich kann da nur von meiner Dienstdurchführung reden.


    Wir haben klare Anweisung 50% Eingangsbereich/ Kasse die andern 50% der Zeit im Geschäft bzw. auch ab und zu mal "Außenrunden" Parkplatz etc. um halt Zeitungsverkäufer, Bettler, Kippenverkäufer usw. wegzuschicken.



    Also die Geschichte das man den ganzen Tag auf 2m² steht und die Tür aufhalten darf ist mir in meiner Zeit noch nicht untergekommen.

    Dieb: "Unterstellen sie mir etwa das ich klauen würde? Das habe ich doch garnicht nötig..."


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  • Auch hier kommt es wieder auf die genaue Aufgabenstellung an.


    Zum "Kontrollgang" einfach mal eine Definition der IHK:
    Wachpersonal muss einen größeren Raum durch Umhergehen oder Umherfahren bewachen. Die Bewachung besteht gerade im Kontrollgehen; nicht, wenn verschiedene Gebäude in einer Straße/Stadt (stationär) bewacht und die Wege zwischen den verschiedenen Gebäuden von Zeit zu Zeit zu Fuß oder mittels Auto zurückgelegt werden; Revierfahrer gehören folglich nicht dazu. Kontrollgänge müssen die Hauptleistung der Bewachung sein. Selbst regelmäßiger Raumwechsel, z. B. im Museum (verschiedene Räume werden abwechselnd bewacht), dürfte nicht als Kontrollgang eingeordnet werden.


    Quelle
    (IHK Rhein-Neckar zur Abgrenzungsproblematik Unterrichtung/Sachkundeprüfung)


    Ist beim klassischen Doorman der Kontrollgang die Hauptleistung seiner Tätigkeit? Warum nennt man ihn dann "Türmann"?

  • Wie von dir geschrieben kommt halt auf die Aufgabenstellung und das konkrete Objekt an...
    Denn ebendfalls Definition der IHK nur halt etwas weiter unten.



    quelle


    Die letzten beiden Punkte, aber gut da brauchen wir jetzt nicht auf schwammigen Formulierungen der IHK rumreiten.


    Der entscheidene Punkt ist doch, sofern es nicht durch Dienstanweisung anders festgelegt wird. Dann gehört meiner Meinung nach der Schutz vor Diebstählen ganz klar zu den Aufgaben des Doorman's und erstrecht in dem konkretem Beispiel von elsec. Wenn ganz klar gefordert wird das er die Anzeigen schreibt.



    Und über den Sinn so mancher englisch sprachigen Berufsbezeichungen brauch man sich glaube ich nicht mehr wundern :whistling:

    Dieb: "Unterstellen sie mir etwa das ich klauen würde? Das habe ich doch garnicht nötig..."


    Detektiv: "Ich unterstelle nicht, ich stelle fest. Entscheidener Unterscheid!" lol01

  • Eben, die beiden letzten Punkte


    Zitat

    - Kontrollgänge in Kaufhäusern
    - Kontrollgänge in Ladenpassagen


    treffen auf den gewöhnlichen Doorman nicht zu, denn für ihn ist der Kontrollgang keine Hauptleistung. Er passt entweder im Eingangsbereich, im Kassenbereich, oder auch mal auf dem Parkplatz auf - gerne auch darunter abwechselnde Aufenthaltsbereiche, wodurch aber eben die Eigenschaft des Kontrollgängers nicht erfüllt wird, weil der Kontrollgang nicht die Hauptleistung ist.


    Aber wie gesagt, es kommt wie immer auf die konkrete Aufgabenstellung an. Wenn hier das Umherstreifen im gesamten Markt und dessen direktem Umfeld gefordert wird, dann haben wir als Hauptleistung tatsächlich den Kontrollgang und damit auch darüber ("Kontrollgänge im Hausrechtsbereich mit tatsächlich öffentlichem Verkehr") die SKP-Pflicht.

  • Und unabhänig davon kann ich für meinen Bereich eigendlich nur feststellen. Das egal welche Lücke der Arbeitgeber sucht und evtl. auch findet.


    Ich kann nur sagen das zumindestens im Lebensmittelbereich, die Auftraggeber mitlerweile selbst den "Markt" bereinigen.
    Bei uns fordern die Auftraggeber regelmäßig die Sachkundenachweise, sowie Führungszeugnisse der in ihren Filialen eingesetzten Doorman/ Detektiven/ Motoradstreifen.


    Da der Doorman nunmal das Unternehmen repräsentiert und auch oft angesprochen wird von Kunden, sollte er schon wenigstens grundlegene Rechtliche Ahnung haben.



    Mein persönliches Fazit ist zumindesten bei allen die den Einzelhandel betreuen Verdrängt mitlerweile langsam die Qualität der Dienstleistung den billigsten Preis

    Dieb: "Unterstellen sie mir etwa das ich klauen würde? Das habe ich doch garnicht nötig..."


    Detektiv: "Ich unterstelle nicht, ich stelle fest. Entscheidener Unterscheid!" lol01

  • Ich kann nur sagen das zumindestens im Lebensmittelbereich, die Auftraggeber mitlerweile selbst den "Markt" bereinigen.
    Bei uns fordern die Auftraggeber regelmäßig die Sachkundenachweise, sowie Führungszeugnisse der in ihren Filialen eingesetzten Doorman/ Detektiven/ Motoradstreifen.
    ...
    Mein persönliches Fazit ist zumindesten bei allen die den Einzelhandel betreuen Verdrängt mitlerweile langsam die Qualität der Dienstleistung den billigsten Preis


    Da kann ich nur zustimmen.


    Bis auf die Sache mit dem Führungszeugnis. Das wird von unserem Großauftraggeber (die Regionalgesellschaft eines der größten Einzelhandelsunternehmens in Deutschland) nicht verlangt, vor allem deshalb weil es auch gar nicht aussagekräftig ist.
    Es kommt vielmehr auf die Freigabe des Mitarbeiters durch die Behörde an, und deren Überprüfung ist doch aussagekräftiger als jedes Führungszeugnis, welches der Mitarbeiter in die Hand bekommt.


    Sachkundeprüfung ist bei uns auch das Minimum, wird auch vom Kunden so gefordert - obwohl eben an vielen Einsatzstellen gar keine notwendig wäre. Wer die SKP nicht hat, darf trotzdem anfangen, muss dann aber innerhalb von 6 Monaten die SKP nachholen (Kosten werden vom Unternehmen vorgestreckt und ratenweise vom Lohn abgezogen).
    Im klassischen Werk- und Objektschutzbereich (4 Läger werden mit Werkschutz/Pfortendienst besetzt) fordert der Kunde darüber hinaus auch noch mindestens die Werkschutzlehrgänge 1 und 2 (jetzt eben die GSSK-Lehrgänge 1 und 2).


    Was für den Kunden auch wichtig ist: Das optische Erscheinungsbild des Wachmanns. Egal ob nun im Werkschutz oder als Wachmann/Doorman in den Märkten bei Bedarf: Neben den Selbstverständlichkeiten wie saubere und vollständige Dienstkleidung, unrasiert ist ein absolutes NoGo, genauso wie lange, fettige Haare (also Haare dürfen durchaus lang sein, dann aber sichtbar gepflegt). Sichtbare Tätowierungen sind sowieso ein klarer Ausschlussgrund für den Kunden. Wer an Unterarmen tätowiert ist, trägt dann halt auch im Hochsommer ein Langarmhemd, das nicht hochgekrempelt werden darf (selbst bei 40° im Schatten - und zum Langarmhemd gehört dann auch der Binder, siehe selbstverständlich vollständige Dienstkleidung). Bewerber mit Tätowierungen im Gesicht oder am Hals haben erst gar keine Chance beim Kunden.
    Ähnlich sieht es mit Piercings aus, wobei ein kleiner Ohrstecker auch bei Männern noch toleriert wird.

  • und dann treffen sie sich alle wieder


    der geschniegelte, unbescholtene Doorman, der unerwünschte Personen vom Supermarkt fernhält
    und der trinkende, ungepflegte Pöbler, der vom Supermarktgelände vertrieben wurde


    auf der Wartebank vor dem Zimmer des Sachbearbeiters,


    der eine, weil er aufstocken muß
    der andere, weil er sein Hartz-IV-Geld abholt


    :dash:

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)