Kündigen in der Probezeit Hamburg ( 6 Monate Probezeit )

Es gibt 24 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von colle.

  • Hallo an alle :)


    Ich lese hier sehr gerne in diesen Forum.


    Nun habe ich aber mal eine Frage auf die ich nirgends eine Antowort finde ich hoffe ihr könnt mir helfen.


    Wie lang ist meine Kündigungsfrist wenn ich in der Probezeit kündige? in meinen Arbeitsvertrag steht Während der Probezeit gelten die im z.Zt bestehenden Manteltarifvertrag festgelegten Kündigungsfristen. Diese kann ich aber nirgendwo finden. Ich wohne und arbeite in Hamburg kann mir jemand helfen ? gesetzlich wären es ja 2 Wochen aber es gelten ja die in den Manteltarifvertrag oder ?



    ich wäre über jede Hilfe sehr Dankbar ^^

  • Wenn Dein Arbeitgeber auf tarifliche Regelungen zurückgreift, muss er dir die Tarifverträge auch zur Einsicht geben :D


    Davon abgesehen: Laut MRTV (auf den der MTV HH in diesem Punkt verweist) 4 Tage Frist innerhalb der Probezeit.

    Einmal editiert, zuletzt von badisch_nsl ()

  • Jepp. Auszug aus dem MTV HH:



    Zitat

    § 5 - Kündigungsfristen
    1. Es gelten die in § 2 des Mantelrahmentarifvertrages für das Wach- und
    Sicherheitsgewerbe für die Bundesrepublik Deutschland vom 30.8.2005, gültig ab
    1.9.2005, vereinbarten Kündigungsfristen.


    g`day

    daffi


    _____________________________________________________________________


    Wer mich zur Sau machen will, wird merken, dass ich ein Schwein sein kann...
    ---
    Wir sprechen uns noch...
    _____________________________________________________________________


    VDK ----- Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

  • der MTV Hamburg verweist ausdrücklich auf die Kündigungsfristen des alten MRTV


    während im neuen MRTV (ab 1.1.12) die Kündigungsfrist in der Probezeit auf 4 Tage "verlängert" wurden,


    waren in dem "alten " MRTV ( soweit ich mich noch erinnern kann) 2 Tage zum Schichtende vereinbart

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)


  • der MTV Hamburg verweist ausdrücklich auf die Kündigungsfristen des alten MRTV


    Stimmt zwar, wenn ein Tarifvertrag aber auf einen anderen verweist, und jener mittlerweile nicht mehr gültig ist und dafür ein neuer TV an dessen Stelle getreten ist, dann gilt automatisch der neue.
    Wäre dem nicht so, müsste der verweisende TV die Regelungen selbst enthalten: Da man alte, nicht mehr gültige Tarifverträge irgendwann nicht mehr findet bzw. bis zum Nimmerleinstag aufbewahren muss...

  • gibt es für diese Meinung eine Rechtsgrundlage ?


    für die Fiktion der automatischen Dynamisierung bei Bezugnahme eines Tarifvertrages auf einen genau bezeichneten anderen Tarifvertrag, der zwischenzeitlich durch eine neuere Fassung ersetzt wurde , obwohl die Bezugnahme durch die Tarifparteien ausdrücklich statisch vereinbart wurde ?

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)


  • gibt es für diese Meinung eine Rechtsgrundlage ?


    Ja. §1 GMV*.


    Es wurde im Jahre 2006, als der MTV HH abgeschlossen wurde, der damals geltende MRTV konkret benannt, richtig.
    Schon ein Jahr später kam ein neuer MRTV, zwischenzeitlich noch ein neuer. Wir haben damit zwischen dem zum Zeitpunkt des Tarifabschlusses MTV HH und heute mittlerweile einige Jahre, und in diesen Jahren gab bzw. gibt es eben insgesamt drei MRTV.


    Angenommen, im öffentlichen Recht wird eine Regelung getroffen, nach der eine bestimmte Handlung nach §drölfundvierzig des "Strafgesetzbuches in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. November 1998 (BGBl. I S. 3322), das durch Artikel 1 des Gesetzes vom 10. Juni 2013 (BGBl. I S. 1497) geändert worden ist" strafbar ist und getreu diesem Paragraphen des genannten Gesetzes mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe bedroht ist.


    Nun wird aber das StGB geändert - wir haben nun eine neue Änderung und nicht mehr das "Strafgesetzbuch in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. November 1998 (BGBl. I S. 3322), das durch Artikel 1 des Gesetzes vom 10. Juni 2013 (BGBl. I S. 1497) geändert worden ist", sondern das "Strafgesetzbuch in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. November 1998 (BGBl. I S. 3322), das durch Artikel 1 des Gesetzes vom 15. Juni 2013 (BGBl. I S.1765) geändert worden ist"
    Und in der Änderung vom 15. Juni 2013 wurde der §drölfundvierzig gestrichen, die Handlung stellt keine strafbare Handlung nach dem StGB mehr dar, keine Geld- oder Freiheitsstrafe mehr.


    Gilt nun das alte Gesetz weiter, oder das neue Gesetz?
    Natürlich das neue Gesetz... trotz expliziter Benennung des Gesetzes mit Datum und Fassung.



    *GMV = GesunderMenschenVerstand

  • das mag eine einleuchtende Erklärung sein, aber irgendwie überzeut sie mich nicht


    es geht darum, eine bestimmte Kündigungsfrist als vereinbart zu betrachten
    und zwar nur in einer Vereinbarung zwischen zwei Vertragspartnern, die für ihre Mitglieder sprechen :
    sie wollen ausdrücklich die Fristen eines bestimmten MRTV während der Laufdauer eines bestimmten MTV als vereinbart ansehen,
    der Wille der Vertragspartner war nicht, daß´sich diese Kündigungsfristen während der Laufzeit des MTV verändern sollen,
    wenn sich der MRTV ändern würde, deshalb wurde ja genau dieser bestimmte MRTV benannt
    das ergibt sich schon aus dem Wortlaut und ergäbe sich auch nicht, falls dieser unklar wäre, aus einer möglichen Auslegung


    http://www.dbb.de/themen/theme…-von-tarifvertraegen.html


    ich sehe hier nicht den geringsten Anhaltspunkt, daß die Tarifparteien die Absicht hatten, die Kündigungsfristen des jeweils gültigen MRTV zu vereinbaren,
    und irgendein Gesetz, daß hier einen Anspruch auf Änderung begründen würde, gibt es ebenfalls nicht

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)


  • sie wollen ausdrücklich die Fristen eines bestimmten MRTV während der Laufdauer eines bestimmten MTV als vereinbart ansehen


    Dann hätten sie auf den Verweis zum MRTV verzichtet und die dort geregelte Frist einfach selbst in den TV eingetragen.


    So bleibt es beim Verweis auf dem zum Zeitpunkt des TV-Abschlusses gültigen MRTV. Gilt dieser nicht mehr... gilt der nachfolgende. Mit allen Konsequenzen.

  • Dann hätten sie auf den Verweis zum MRTV verzichtet und die dort geregelte Frist einfach selbst in den TV eingetragen.


    So bleibt es beim Verweis auf dem zum Zeitpunkt des TV-Abschlusses gültigen MRTV. Gilt dieser nicht mehr... gilt der nachfolgende. Mit allen Konsequenzen.


    da ist jetzt deine Auslegung eines Tarifvertrages, der in meinen Augen keiner Auslegung bedarf, da "wörtlich" klar formuliert


    oder hast du irgendein Urteil, daß in solchen Fällen wie von dir beschrieben ausgelegt werden soll/muß ?

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)


  • Wer auf darauf verzichtet, etwas selbst gezielt zu spezifizieren und anstelle dessen auf ein anderes Tarifwerk verweist tut das im Wissen, dass jenes Tarifwerk sich auch ändern kann bzw. nicht ewig gilt und auch neu verhandelt wird.


    Daher: Wer auf eine bestimmte Regelung Wert legt, verweist nicht sondern schreibt es selbst in den Vertrag.


    Wenn ich als Arbeitgeber im Arbeitsvertrag auf den 622 BGB verweise und damit die grundsätzlichen 4 Wochen Kündigungsfrist meine, dann hab ich auch gelitten wenn das Gesetz geändert wird und dann plötzlich andere Fristen gelten.
    Schreibe ich aber selbst in den Vertrag 4 Wochen, dann... bin ich auf der sicheren Seite.


    Und nein, dazu hab ich kein Urteil - das ist aber einfach so. Was ich in einer ganz bestimmten Art und Weise geregelt haben möchte, das regle ich selbst und verweise nicht.

  • das ist aber einfach so. .


    na ja.............


    für mich ist wahrscheinlicher, daß es anders ist

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)


  • Auch wenns eurer Diskusion jetzt entgegen läuft...


    Aber mal ganz ehrlich, wenn ich in der Probezeit kündigen will muss da ja so einiges komisch laufen...
    Dann rufe ich während meiner Schicht beim Einsatzleiter/ Dienstplander oder wer da der Vorgesetze is an und sag ihm "Eurern Kram könnt ihr ab Morgen alleine machen"


    Evtl wenn die Kollegen im Objekt nett sind und für die Kündigungsgründe nix können komme ich nächsten Tag noch damit die nicht auflaufen aber sonst isset doch egal


    aber nur meine persönliche Meinung. Nicht als Handlungsgrundlage nehmen :thumbup:

    Dieb: "Unterstellen sie mir etwa das ich klauen würde? Das habe ich doch garnicht nötig..."


    Detektiv: "Ich unterstelle nicht, ich stelle fest. Entscheidener Unterscheid!" lol01

  • Auch wenns eurer Diskusion jetzt entgegen läuft...


    Aber mal ganz ehrlich, wenn ich in der Probezeit kündigen will muss da ja so einiges komisch laufen...
    Dann rufe ich während meiner Schicht beim Einsatzleiter/ Dienstplander oder wer da der Vorgesetze is an und sag ihm "Eurern Kram könnt ihr ab Morgen alleine machen"


    :thumbup:


    kann dich niemand daran hindern


    aber wirksam vereinbarte Vertragsstrafen oder Schadensersatzforderungen des AG könnten es für dich teuer machen, so zu handeln

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)


  • Nix für Ungut in welchem Arbeitsvertrag einen "normalem" §34a Wachmanns stehen bitte Vertragsstrafen?


    Und Positionen wo solche Dinge vereinbart worden sind wird man bestimmt nicht vom ersten Tag an arbeiten. Sprich in der Probezeit...

    Dieb: "Unterstellen sie mir etwa das ich klauen würde? Das habe ich doch garnicht nötig..."


    Detektiv: "Ich unterstelle nicht, ich stelle fest. Entscheidener Unterscheid!" lol01

  • ich kenn einige Firmen, die in ihre Verträge grundsätzlich Vertragsstrafen aufnehmen (wirksame und unwirksame), egal welche Position


    gerade auch , weil viele AN meinen, zu kommen und zu gehen wann sie wollen


    und dann gibt es auch noch eine andere übliche Methode
    man behält einfach den letzten Lohn ein

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)


  • ...deswegen schiebt unsere Firma jeder Einstellung mittlerweile ein Praktikum voraus.


    Denn ob man den Job oder die Firma mag oder nicht, stellt sich meistens schon in den ersten Tagen heraus. Wer danach dann offiziell eingestellt wird, weiss ja, was auf einen zukommt.


    Ist für beide Seiten wesentlich unkomplizierter.

    "Such dir einen Job, den du liebst, und du musst nie wieder arbeiten"

  • ...deswegen schiebt unsere Firma jeder Einstellung mittlerweile ein Praktikum voraus.


    .


    klar das die Sicherheitsbranche auf diesen üblen Zug mit den Praktika auch noch mit aufspringt


    Pseudopraktikum, Probezeit mit einigen Tagen Kündigungsfrist, Befristungen zum Abwinken,
    Mindestlohn, und einfache Möglichkeit, jemanden der den Mund aufmacht, wieder loszuwerden


    schöne neue Arbeitswelt
    irgendwann sind wir wieder beim Tagelöhner.................


    und was machen die Arbeitgeber ? palaber01

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)


  • vielleicht kannst du mir mit ein paar für den AN positiven Aspekten bei Pseudopraktika, kürzeren Kündigungsfristen und längeren sachgrundlosen Befristungen als das Gesetz vorsieht (ein Hurra auf die Öffnungsklauseln), großartig angepriesener tariflicher Vergütung (wobei überwiegend der Mindestlohntarifvertrag gemeint ist) auf die Sprünge helfen ? ;)


    was der AG davon hätte, kann ich mir schon vorstellen, aus seiner Sicht sehe ich das alles generell nicht negativ

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)