Eure Meinungen sind gefragt

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Horus.

  • Hallo Kollegen,


    im Moment stehe ich etwas ratlos da und erhoffe mir von euch ein paar Anregungen/Ideen/Antworten :hmm:


    Folgender Sachverhalt:
    - Tätigkeit im Empfangs(Sicherheits)dienst seit knapp 11 Jahren, im aktuellen Objekt seit gut 9 Jahren am Empfang


    - Kunde ist eine Niederlassung einer bekannten Firma; aufgrund interner geplanter Veränderungen beim Kunden, ist der Kunde der Meinung mit mir "würde es nicht mehr gehen"
    (den eigtl Grund habe ich auch von den festen Mitarbeitern des Kunden erfahren und diese wären eigtl ein Fall für den Mobbing/Diskriminierungsbeauftragten, wäre ich ein fester Mitarbeiter)


    - Es gab bis dahin keine Beschwerden in dieser Richtung, eher im Gegenteil, mein Engagement und der Umgang mit Besuchern und Mitarbeitern des Kunden wurde immer positiv bewertet


    - Arbeitszeiten waren 8-17 Mo-Fr, keine Wochenendarbeit und keine Feiertage, also "normale" Bürozeiten


    - Mein Arbeitgeber hat mir nun vorgeschlagen in ein anders Objekt zu wechseln, bei dem "alles so ähnlich am Empfang ist" wie bisher, da ich immer so "qualitativ gute Arbeit geleistet habe und man meine
    Fähigkeiten und Kenntnisse, die über das normale Anforderungsprofil hinausgehen sehr zu schätzen" wisse


    - Die Arbeitszeiten am neuen Objekt sind folgendermassen: Spätschicht von 14-22h Mo-So und Feiertage, Nachtschicht von 22-6h Mo-So und Feiertage, Samstage/Sonntage/Feiertage Tagschicht von 6-14h

    Dies klingt für mich eher nach Strafversetzung als ein ehrlicher Versuch meines Arbeitgebers, ein Objekt mit vergleichbaren Zeiten etc für mich zu finden. lol02


    Meine Meinung ist eher, daß es aktuell keinen Kündigungsgrund seitens meines Arbeitgebers gibt und ich am neuen Objekt dann über kurz oder lang "gehen" darf/muss.
    Da ich einen Arbeitsvertrag habe, in dem ausdrücklich das aktuelle Objekt als Arbeitsort angegeben ist, sehe ich das natürlich alles etwas kritisch.


    Vor allem, da ich mich mit der Niederlassungsleitung bzgl der Zahlung von Feiertagen in der Vergangheit angelegt hatte. Diese wurden dann im Endeffekt zwar bezahlt, aber man konnte nicht umhin kommen,
    mir damals eine Abmahnung zukommen zu lassen, die jedes Arbeitsgericht in der Luft zerpflückt hätte. Ich habe das aufgrund privater Probleme damals auch nicht weiter verfolgt.
    Diese kleine Anekdote sollte nur zeigen, daß ich den Aussagen meines Arbeitgebers sehr kritisch gegenüber stehe. ;)


    So, nun frage ich euch, was kann ich noch machen, bzw wozu ratet ihr mir?
    Soll ich das alles so hinnehmen und zum neuen Objekt wechseln und die Schichtarbeit akzeptieren? Diese würde alle meine Lebensbereiche, so wie sie in den letzten Jahren gewachsen sind sehr negativ beeinflussen.
    Oder soll ich mit meinem Arbeitgeber weiterhin um den Einsastz in einem für mich passenderen Objekt (auch aufgrund meiner umfangreichen Sprachkenntnisse etc) rumstreiten?
    Erste Anfragen von mir wurden abgeschmettert.


    Grüße,
    Drizzt595

  • das Problem ist,


    1. man hat so gut wie keine Möglichkeiten dagegen vorzugehen, wenn ein Auftraggeber einen weiteren Einsatz bei sich ablehnt


    2. der Arbeitsvertrag ist ausdrücklich auf dieses bestimmte Objekt bezogen


    3. eine Weiterbeschäftigungsmöglichkeit (unter geänderten Bedingungen) wurde angeboten und abgelehnt


    somit könnte der AG von hause aus gleich mal betriebsbedingt kündigen
    oder er könnte eine Änderungskündigung aussprechen ( Beendigungskündigung für den alten Arbeitsvertrag, neues Angebot zur Weiterbeschäftigung)


    gegen eine betriebsbedingte Kündigung müsste man innerhalb drei Wochen klagen
    eine Änderungskündigung könnte man unter Vorbehalt annehmen und ebenfalls binnen drei Wochen klagen
    ( was dazu führt, daß man erstmal unter den neuen Bedingungen weiterarbeitet)
    lehnt man die Änderungskündigung ab, ist man nach Ablauf der Kündigungsfrist erstmal raus, müsste also auch Klage erheben


    ich fürchte mal, wenn du weiterhin dort arbeiten willst, bleibt dir nichts anderes übrig, als das neue Angebot anzunehmen
    einer Klage würde ich wenig bis gar keine Chancen einräumen


    einen "passenden" Arbeitsplatz muß dein AG nicht anbieten
    er müsste lediglich darauf schauen, ob du auf einem "freien" Arbeitsplatz weiterbeschäftigt werden könntest


    ist laut AG keiner "frei", müsstest du beweisen, daß einer "frei" wäre, an dem man dich weiterbeschäftigen könnte


    also alles nicht sehr erfreulich....

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)


  • Ich gehe mal davon aus, dass du nichts dagegen tun kannst wenn der Kunde dich nicht mehr will.
    Du bist Dienstleister dort, und kannst dich nicht einmal dorthin klagen.
    Und bezüglich deines Arbeitgebers kannst du ja sogar noch froh sein, dass er dir eine Alternative anbietet. Wenn du einen Vertrag nur für dieses Objekt hast, das Objekt fällt weg, dann könnte er dich wohl auch entlassen, der Vertragsgrundlage ist ja weggefallen.
    Wenn du deine paradiesischen Zustände behalten möchtest, wird dir wohl nur die Suche nach einem neuen Arbeitgeber bleiben.
    Das sind so meine Gedanken dazu.

  • Ich stimme meinen Vorrednern zu,


    der Kunde ist König, und dein AG wird lieber dich alleine versetzen, als Gefahr zu laufen, den Auftrag zu verlieren, wenn er sich deinetwegen mit dem Kunden anlegt.


    Was ich nicht verstehe: Warum musstest du dich denn wegen Geld mit der Niederlassungsleitung anlegen? Meinst du damit deinen Arbeitgeber oder den Kunden?


    Denn Ansprechpartner für Geld ist doch dein AG und nicht der Kunde. Viele sind schon im hohen Bogen gegangen worden, weil sie am AG vorbei mit dem Kunden rumdiskutiert haben. (Todsünde!)


    Also wenn du deine Versetzung als ungerechtfertigt siehst, kannst du höchstens hoffen, dass dein AG versucht, ein schlichtendes Gespräch zu suchen. Tut er das nicht, dann musst du halt annehmen, was du angeboten bekommst.


    Ich an deiner Stelle hätte unter solchen Umständen eh schon keine Lust mehr, da weiter zu arbeiten. Auch wenn man gegen solche Dinge klagt und vielleicht auch gewinnt, ist das Verhältnis im A.... und es ist nie wieder wie vorher.


    Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute!


    Gruß Chefin

    "Such dir einen Job, den du liebst, und du musst nie wieder arbeiten"

  • Ersteinmal vielen Dank für eure Gedanken :thumbsup:
    Hatte mir so was ähnliches leider auch schon selbst gedacht.
    Mir ist schon klar, daß ich am aktuellen Objekt nicht mehr arbeiten kann, leider.
    Das will ich so auch nicht mehr. Mir geht es eher darum, daß man so einfach auf Schichtbetrieb gewechselt werden soll.
    Und diese Schichten eben nicht gerade AN freundlich sind, im Vergleich zur aktuellen Situation, zumindest in meinen Augen.
    Mein AG hat viele Objekte und es wird nur 1 vorgeschlagen, mit den, in meinen Augen, größtmöglichen Änderungen zur aktuelen Arbeitszeitsituation.


    Ich werde dann wohl noch einmal bei meinem AG nachfragen, ob es da nicht eine weitere Wechselmöglichkeit gäbe.



    Chefin:
    Das war wohl nicht ganz klar formuliert mit der Bezahlung. Es ging dabei um meinen AG :rolleyes:



    Grüße
    Drizzt595

  • ich fürchte mal, wenn du weiterhin dort arbeiten willst, bleibt dir nichts anderes übrig, als das neue Angebot anzunehmen
    einer Klage würde ich wenig bis gar keine Chancen einräumen


    einen "passenden" Arbeitsplatz muß dein AG nicht anbieten
    er müsste lediglich darauf schauen, ob du auf einem "freien" Arbeitsplatz weiterbeschäftigt werden könntest.


    Das Problem hierbei ist, dass der Arbeitgeber im Grunde gar nichts anbieten muss. Er muss auch nicht schauen, ob man anderweitig im Betrieb eingesetzt werden kann:
    Wie bereits richtig erkannt, ist der Arbeitsvertrag ausdrücklich nur auf dieses eine bestimmte Objekt bezogen. Fällt dieses Objekt weg, aus welchem Grund auch immer (Auftragsverlust, oder wie hier der Kunde lehnt den Mitarbeiter ab), muss der Arbeitgeber nicht nach einem Ersatz suchen, erst recht keinem adäquaten.


    Was der Arbeitgeber hier macht, halte ich durchaus für kulant und man sollte froh sein, dass man überhaupt ein solches Angebot bekommt. Der Arbeitgeber könnte tatsächlich ganz einfach "Tschüss" sagen.
    Ein Grund , warum ich objektbezogene Arbeitsverträge eher ablehne.



    Drizzt595


    Zitat

    Meine Meinung ist eher, daß es aktuell keinen Kündigungsgrund seitens meines Arbeitgebers gibt und ich am neuen Objekt dann über kurz oder lang "gehen" darf/muss.
    Da ich einen Arbeitsvertrag habe, in dem ausdrücklich das aktuelle Objekt als Arbeitsort angegeben ist, sehe ich das natürlich alles etwas kritisch.


    Wenn das Objekt, für den dein Arbeitsvertrag offensichtlich ausschliesslich gilt, wegfällt braucht Dein Arbeitgeber keinen (weiteren) Kündigungsgrund... er hat bereits einen.


    Was das Angebot Deines Arbeitgebers als solches angeht: Klar, Schichtarbeit ist nicht jedermanns Sache. Man sollte dabei allerdings nicht vergessen, dass man rein vom Lohn her in der Regel zumindest etwas besser dasteht. Schliesslich kommen Zulagen für Nacht- und Sonntagsarbeit dazu, die man zu normalen "Büro-Zeiten" nicht bekommt.

  • Zitat

    1. man hat so gut wie keine Möglichkeiten dagegen vorzugehen, wenn ein Auftraggeber einen weiteren Einsatz bei sich ablehnt


    reicht völlig.....


    Sei froh, das Dir der AG noch eine Alternative anbietet, auch wenn Sie nicht Deinem Traumjob entspricht...
    Alternativ
    Such Dir etwas anderes.... was in diesem Fall wohl nicht das sinnigste ist.

  • man müsste sich aber schonmal die genaue Formulierung im Arbeitsvertrag anschauen


    der Umstand, daß ein bestimmtes Objekt "als Arbeitsort" angegeben ist, wie geschildert, muß ja nicht grundsätzlich heißen, daß bei Wegfall des Objektes bzw. Ablehnung des Auftragebers der Arbeitsvertrag automatisch endet

    "Der wahre Charakter einer Person wird gemessen an dem, was die Person tun würde, wenn niemand jemals etwas davon erfahren würde." (Thomas Macaulay)


  • Hallo,


    da du ja ohnehin davon ausgehst, im neuen Objekt gegangen zu werden und, wie schon von anderen richtig bemerkt, der AG keinen Grund mehr suchen muss, wenn dein Vertrag nur für dieses Objekt gilt, würde ich mich entspannt zurücklehnen, das Angebot des Arbeitgebers mal zur Gewerkschaft mitnehmen und mich dort beraten lassen.


    Ansonsten die neue Stelle erstmal annehmen und dir dann was anderes suchen.

    Der Laie staunt - der Fachmann wundert sich