Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz

Es gibt 16 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von werner.

  • Gemäß dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz müssen alle Fahrer im Güter- und Personenverkehr, sofern sie


    Fahrten gewerblich durchführen und
    mit Fahrzeugen unterwegs sind, für die ein Führerschein der Klassen C/CE, C1/C1E, D1/D1E oder D/DE erforderlich ist,



    regelmäßig alle fünf Jahre 35 Stunden Weiterbildung absolvieren. Wer seinen Führerschein ab dem 10. September 2009 (C-Klassen) bzw. ab dem 10. September 2008 (D-Klassen) erwirbt, muss zusätzlich eine Grundqualifikation absolvieren, um gewerbliche Fahrten durchzuführen.


    Das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz beruht auf der Richtlinie 2003/59/EG des Europäischen Parlaments und des Rates. Die Richtlinie der Europäischen Union musste auch in allen anderen EU-Staaten in nationales Recht umgesetzt werden.



    Hat einer schon eine Ahnung wie das mit dem Geld u. Werttransport aussieht? Gibt es da eine Ausnahmeberechtigung? Bin echt mal gespannt wie das funzen soll. :dash:

  • Wenn das Fahrzeug über 3,5 t hat ist diese Qualifikation Pflicht. Der Fahrer hat 5 Module abzulegen (à 7 Stunden), kriegt für jedes ein Zertifikat und wenn er alle 5 zusammenhat geht er (wie mir gesagt wurde) mit aktuellem Foto zur Führerscheinstelle und muß einen neuen beantragen.
    Wer ohne diese 5 Module ein gewerblich genutztes Fahrzeug über 3,5 t fährt wird er als "Fahrer ohne Führerschein" behandelt. Gerüchteweise soll der Fahrer mit 5.000 € zur Kasse gebeten werden und auf die Firma mit 25.000 € pro Verstoß. Ich habe das von Berufskraftfahrern, die schon an sonchen Schulungen teilgenommen haben.
    Es soll wohl noch eine "Schonfrist" geben ehe die Strafen greifen. Weiß jemand genaueres? Denn eigentlich gilt das EU-Recht doch schon seit 5 Jahren, nur dass man in Deutschland wieder mal "auf den letzten Drücker" reagiert.

  • Wer ohne diese 5 Module ein gewerblich genutztes Fahrzeug über 3,5 t fährt wird er als "Fahrer ohne Führerschein" behandelt. Gerüchteweise soll der Fahrer mit 5.000 € zur Kasse gebeten werden und auf die Firma mit 25.000 € pro Verstoß. Ich habe das von Berufskraftfahrern, die schon an sonchen Schulungen teilgenommen haben.


    Gerüchte... ein Blick in den entsprechenden Buß- und Verwarnungsgeldkatalog gefällig?
    Buß- und Verwarnungsgeldkatalog für Zuwiderhandlungen gegen das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG)


    Es soll wohl noch eine "Schonfrist" geben ehe die Strafen greifen. Weiß jemand genaueres? Denn eigentlich gilt das EU-Recht doch schon seit 5 Jahren, nur dass man in Deutschland wieder mal "auf den letzten Drücker" reagiert.


    Die EU-Richtlinie wurde bereits 2006 in deutsches Recht umgesetzt, der Gesetzgeber hat bereits damals ein entsprechendes Gesetz erlassen.
    Anzuwenden sind die Vorschriften des Gesetzes (inclusive den Bußgeldvorschriften) seit dem 01.09.2008, was den gewerblichen Personenverkehr angeht, und seit dem 10.09.2009 was den Straßengüterverkehr betrifft.


    Sooo neu ist das also alles nicht, aber: Die Anwendung auf den Bereich Geld- und Werttransport findet praktisch nicht statt. Gründe?


    1) Die Fahrzeuge
    Das BKrFQG betrifft erst Kfz, für die eine Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D oder DE erforderlich ist.
    Das bedeutet: Nur Kfz, die mehr als 3,5t zGG (zulässiges Gesamtgewicht) haben, fallen unter die Regelung.


    Damit fallen schon mal viele Panzer aus dem Raster, weil sie eben nicht mehr als 3,5t zGG haben. Sie haben vielleicht 3,5t, aber eben nicht "mehr als 3,5t".
    Der beliebte T5 hat z.B. 3,2t bis 3,5t (je nach Umrüster), der Sprinter (auch LT und dergleichen) liegt auch nicht über 3,5t.


    2) Die Tätigkeit
    Es gibt die sogenannte "Handwerkerregelung", worunter auch der GWT fallen könnte.
    Die Hauptbeschäftigung des GWT-Beschäftigten ist ja nicht das Fahren bzw. Befördern von Gütern, sondern im Grunde das Bewachen von Geld und Werten.


    Also selbst wenn 1) nicht greift, weil das Fahrzeug doch mehr als 3,5t zGG hat (soll ja auch spezielle HG-Transporter geben mit einem zGG von bis zu 10 oder 12t) kann noch immer 2) greifen.
    Es wäre auch sonst schwer erklärbar, warum seit mehr als 3 Jahren noch kein GWT-Fahrer eine entsprechende Anzeige nach dem BKrFQG bekommen hat... oder ist euch da irgendetwas zu Ohren gekommen? Also mir nicht, und ich bin eigentlich ganz gut informiert, was solche Dinge angehen.

  • Habe aber irgendwo gehört das es Ausnahmen für Sonderfahrzeuge gibt.Darunter soll auch der Bereich Geld und Werttransport sein. Dies kann das entsprechende Bundesland frei entscheiden. ?(

  • § 3 Besitzstand


    § 2 Abs. 1 und 2 findet vorbehaltlich des § 5 keine Anwendung auf Fahrer und Fahrerinnen, die1.


    eine Fahrerlaubnis der Klassen D1, D1E, D, DE oder eine gleichwertige Klasse besitzen, die vor dem 10. September 2008 erteilt worden ist;


    eine Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C, CE oder eine gleichwertige Klasse besitzen, die vor dem 10. September 2009 erteilt worden ist.


    eine Fahrerlaubnis der Klasse D1, D1E, D, DE oder einer gleichwertigen Klasse vor dem 10. September 2008 oder


    eine Fahrerlaubnis der Klasse C1, C1E, C, CE oder einer gleichwertigen Klasse vor dem 10. September 2009


    besessen haben und die ihnen entzogen worden ist, auf die sie verzichtet haben oder deren Geltungsdauer abgelaufen ist.


  • § 3 Besitzstand


    Und warum können sich 100% der langjährigen und "echten" Berufskraftfahrer nicht auf "Besitzstand" berufen und müssen nachträglich diese Module ablegen? Ich glaube nicht, daß irgendeine Firma Geld (und schon garnicht in unserem Gewerbe) für eine Maßnahme ausgibt, wenn die eigentlich unnötig ist.


    Braucht doch nicht jeder machen ! :D


    Die Module muß natürlich nur der ablegen, der ein solches Auto fahren will/muß. Wenn die Firmen nicht genügend Leute zu diesen Lehrgängen schicken führt das natürlich dazu, daß es auf bestimmten Touren Besatzungen gibt, von denen der eine ausschließlich als Abwickler/Bote/Sicherer unterwegs ist und der mit den Modulen als Fahrer. Das macht die Arbeit für manche Beschäftigte etwas weniger "abwechslungsreich". Aber die meisten Fahrzeuge in unserer Branche sind wohl bis/unter 3,5 t.



    Solution
    Du beziehst dich auf die Besitzstandwahrung für Führerscheine,dass eine hat mit dem anderen jedoch nichts gemein.


    So sehe ich das auch.

  • Und warum können sich 100% der langjährigen und "echten" Berufskraftfahrer nicht auf "Besitzstand" berufen und müssen nachträglich diese Module ablegen? .....

    .... und das beste ist daran, das die "alten" so ganz "legal" ausgesondert werden. Zu diesen Modulen kommen noch alle 5 Jahre die ärtztliche und augenärtztliche Untersuchung (das ist ja durchaus ok). Wenn du die ärtztlichen Scheine und die Module hast (Kostenpunkt für alles ca. 750 EURO) kannst du zur Führerscheinstelle gehen und, natürlich kostenpflichtig, einen neuen Führerschein ausstellen lassen. Was nämlich die meisten nicht wissen - ab 55 Lenze auf dem persönlichen Tacho - gelten die Führerscheinklassen über 3,5 to nur noch für 5 Jahre.
    Hast du bei einer einzigen Prüfung ein Problem und die ärtztliche Behandlung (bis zur Widererlangung der Fahrtauglichkeit) dauert länger als ein Jahr wirds schwierig mit der Führerscheinstelle - die machen dann nämlich Probleme von wegen "fehlende Erfahrung auf dem Bock" - und das ist dann nicht lol01
    Und wie schnell du dann Langzeitarbeitsloser bist dürfte ja wohl klar sein. :mecker: :puke:

  • Es ist nicht alles korrekt was du schreibst.




    Klasse 2 Führerschein verlängern
    Noch mit "dem Alten" unterwegs?
    Dann
    können Sie solange noch LKW mit über 7,5 t fahren, bis Sie das 50.
    Lebensjahr erreicht haben. Spätestens dann wird es Zeit, Ihren
    Führerschein auf die neue Fahrerlaubnis der Klasse CE umstellen zu
    lassen. Ihr Führerschein wird dann auf eine Geltungsdauer von fünf
    Jahren befristet.
    Für jede Verlängerung über Ihr 50. Lebensjahr hinaus müssen Sie laut Fahrerlaubnisverordnung folgende Untersuchungen vornehmen lassen:

    • die ärztliche Untersuchung zum Ausschluss von Erkrankungen, die Ihre Fahreignung beeinträchtigen.
    • die Untersuchung Ihres Sehvermögens hinsichtlich der Sehschärfe, des Gesichtsfeldes, des Farb- und Stereosehens.