Urlaubsentgeld 450 Euro Job

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von helmut12.

  • Hallo.
    Wie gesagt, ich bin neu hier. Hoffentlich bin ich jetzt auf dieser Seite richtig.
    Ich arbeite auf 450 Euro Basis bei einem Sicherheitsdienst in Bayern für die Universität.
    Unsere Dienstzeiten gehen von Montag bis Sonntag überwiegend nachts. Ich komme im Monat auf durchschnittlich 50 Std. und komme mit den Zuschlägen auf durchschnittlich 5oo Euro im Monat-
    Laut der Firma stehen mir 13 Tage Urlaub zu.
    Meine Wochenarbeitstage sind unterschiedlich. In der Regel arbeite ich zwischen 6 und 7 Tage im Monat.
    Meine Frage wäre: 1.Wie berechnet sich das Urlaubsentgeld für diese 13 Urlaubstage.
    2. Werden die Nachtzuschläge mitberechnet. 3. Wieviel Urlaubsentgeld würde mir ca. pro Tag oder gesamt für die 13 Tage zustehen.
    Wo kann man gegebenenfalls über die Urlaubs- und Urlaubsentgeldberechnung für 450 Eurojobler im Sicherheitsdienst etwas nachlesn.
    Im Jahr 2014 wurden mir ca.21 Euro pro Tag ausbezahlt und das erschien mir etwas wenig. Wie die Firma auf diesen Betrag gekommen ist, konnte mir im Lohnbüro keiner sagen.
    Wenn mir in dieser Angelegenheit jemand helfen könnte, wäre ich sehr dankbar.


    Mit freundlichen Grüßen.
    Helmut

  • :)


    Hey , helmut 12 , ich kann Dir zu Deinen Fragen leider keine Antwort geben ,da ich mich im Wachdienst nicht auskenne. Hierzu könnten Dir der Admin - daffi - oder der Super Moderater - colle - eine Auskunft geben .


    Ich habe im GWT auch auf 450 € Basis bis 2014 gearbeitet und hatte 24 Urlaubstage. Jeder UT wurde mit 1,5 Std. berechnet, warum und wieso ?? so das ich rund 16,00€ pro Tag ausgezahlt bekam.Zuschläge hatte ich keine.


    Dein Lohnbüro muss auf jedenfall Dir hierzu eine Auskunft geben können , wer sonst.

    Wer sich über Kritik ärgert,gibt zu, dass sie verdient war.


    Sage nicht immer,was Du weißt,aber wisse immer,was Du sagst.

  • Danke Hausmann.Vorerst mal herzlichen Dank.Vieleicht kann ja jemand anders helfen.
    Es scheint ein schwieriges Anliegen zu sein.
    Mit freundlichen Grüßen.
    Helmut

  • Zunächst: Minijobber gelten rechtlich als Teilzeitarbeitskräfte.
    Nach dem TzBfG (Teilzeit- und Befristungsgesetz) müssen für Teilzeitarbeitskräfte grundsätzlich die gleichen Bedingungen gelten wie für Vollzeitarbeitskräfte.


    Der MTV für Bayern sieht für den Vollzeitarbeitnehmer einen Grundurlaubsanspruch von 32 Kalendertagen vor, der sich je nach Betriebszugehörigkeit auf bis zu 42 Kalendertagen erhöht.


    Das bedeutet: Der Vollzeitarbeitnehmer hat etwas mehr als 6 Wochen Urlaub pro Jahr (mit einer rechnerischen 5-Tage-Woche). Anders ausgedrückt: Um 1 Woche Urlaub zu machen, muss er 5 Tage Urlaub nehmen.
    Jetzt kommt es für den Teilzeitler drauf an, wie viele Tage er pro Woche arbeitet. Wenn er an zwei Tagen arbeitet, muss er 2 Tage Urlaub nehmen um 1 Woche Urlaub zu haben.
    Er hat, wie der Vollzeitarbeitnehmer auch, Anspruch auf (etwas mehr als) 6 Wochen Urlaub. Also stehen ihm bei 2 Arbeitstagen pro Woche 12 Urlaubstage zu. Mit den Dir genannten 13 Tagen bist Du da gut dabei, wenn man das "etwas mehr als" beachtet.


    Zur Entgeltberechnung:
    Der MTV sieht vor, dass das Gesamtbrutto ohne Einmalzahlungen (Sonderzahlungen, Fahrtkostenzuschüsse etc) der letzten 12 Monate massgeblich ist. Nachtzuschläge wie Sonn- und Feiertagszuschläge zählen dazu.
    Das Entgelt, was pro Urlaubstag bezahlt wird, wäre dann 1/364 dieses Gesamtbrutto.
    Das gilt für Vollzeitarbeitskräfte. Für Teilzeitarbeitskräfte müsste meimer Meinung nach ein anderer Teiler gelten, der MTV sagt aber nichts darüber aus.
    Vielleicht wirklich mal im Lohnbüro nachfragen - oder bei verdi.

  • Was ist denn der gesetzliche Urlaubsanspruch?


    24 Tage. In einer 6-Tage-Woche (siehe BUrlG, Werktage sind alle Kalendertage, die nicht Sonntage oder gesetzliche Feiertage sind).
    Also entsprechen diese 24 Tage aus dem BUrlG 4 Wochen.


    4 Wochen sind daher der gesetzliche Mindestanspruch. Hat ein Arbeitnehmer nur eine 5-Tage-Woche, hat er keine 24 Urlaubstage mehr, denn 4 Wochen Urlaub entspricht für ihn 20 Arbeitstagen.


    Wer 2 Tage pro Woche arbeitet, braucht demnach für 4 Wochen 8 Urlaubstage.


    Klar soweit?

  • Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort.
    Allerdings hat man bei unserem Lohnbüro immer das Gefühl, das es mit manchen Sachkenntnissen nicht recht weit her ist.
    Jedenfalls bin ich freudig überrascht, das man man bei Wachleute.de in guten Händen ist und man bemüht ist eine ausführliche und kompetente Antwort zu geben.


    Herzlichen Dank an alle.
    Mit freundlichen Grüßen.
    Helmut

  • Hallo.
    Vieleicht weis jemand zufällig wie der Teiler durch das Jahreseinkommen für die Urlaubsentgeltberechnung bei einem 450 Euro job ist. Vieleicht hatte das Problem schon mal wer.
    MfG
    Helmut

  • Einen Teiler kenn ich nun nicht, aber es muss der durchschnittliche Arbeitsverdienst weitergezahlt werden der in den letzten 13 Wochen vor Beginn des Urlaubs erzielt wurde, so habe ich das zumindest in Erinnerung.

  • Ich würde das dann so verstehen. Wenn ich die letzten 3 Monate pro Monat durchschnittlich 450 Euro verdient habe, müßte ich auch für den Urlaubsmonat 450 Euro bekommen.

  • aber es muss der durchschnittliche Arbeitsverdienst weitergezahlt werden der in den letzten 13 Wochen vor Beginn des Urlaubs erzielt wurde


    Das wäre die gesetzliche Regelung.
    Die Entgeltberechnung kann aber durch Tarifverträge anders erfolgen. Im zur Anwendung kommenden TV gibt es eine anders lautende Berechnung, die Öffnungsklausel des BUrlG wurde also genutzt.


    Der TV sieht die Berechnung des Durchschnitts des Gesamtbruttos der letzten 12 Monate vor, 1 Urlaubstag wird dann mit 1/364 bezahlt. Das ist die Berechnung für den Vollzeitarbeitnehmer. Nach dem TzBfG muss der Teilzeitler gleich behandelt werden. Man könnte also auch durchaus auf die Idee kommen, dass dieser Teiler auch für den Teilzeitarbeitnehmer Anwendung findet. Meiner Meinung nach passt das aber nicht ganz, denn dann müsste auch der Teilzeitler die gleiche Anzahl an Urlaubstagen erhalten (hier über 30). Aber dort findet eine anteilige Berechnung statt, die auch rechtmässig im Sinne des Benachteiligungs- bzw. Diskriminierungsverbots des TzBfG ist.
    Demnach müsste auch in der Berechnung des Urlaubsentgelts eine anteilige Berechnung stattfinden.


    Ich bin mit meinem Latein hier am Ende. Frag das Lohnbüro wie sie das Urlaubsentgelt berechnen. Wenn dir das spanisch vor kommt, frag einen Arbeitsrechtler. Der kann Dir verbindlich Antwort geben. ver.di bietet auch hier kompetente Ansprechpartner.