Frei verkäufliche Waffen im Dienst

Es gibt 24 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Trainman.

  • Hallo.
    Es wird immer wider mal darüber berichtet,
    dass Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste so genante frei verkäufliche Waffen mit sich führen.


    Diese Waffen
    ( Gas & Schreckschuss Pistolen / Elektroschocker / Schlagstöcke / CS oder Pfeffersprays usw.)
    werden dann im Dienst mitgeführt, um sich bei eventuellen übergriffen selbst schützen zu können.


    Das für Gas-Signal und Schreckschuss Pistolen der Kleiner Waffenschein (§ 10 Abs. 4 S. 4 WaffG) benötigt wird ich klar.
    Klar ist aber auch,
    dass bei den meisten Dienstanweisungen vom Arbeitgeber extra vermerkt ist,
    dass das führen von eben solchen frei Verkäuflichen Waffen Verboten bzw. untersagt ist und wird.


    Wie ist eure Meinung dazu,
    soll man sich selber schützen dürfen?
    Oder ist es doch besser wenn man gar nichts mitführt?



    Grüße Blue-Bull

  • Ich bin gegen solche Waffen.
    Was sagen die eventuellen Statistiken über solche Waffen?
    Ist ein schützen damit möglich, oder gefährdet man sich damit?

  • Laut der Allgemeinen DA des BDWS sind nur Waffen und Hilfsmittel, die durch die Firmenleitung freigegeben werden im Wachdienst einzusetzen. Insbesondere ist das Tragen von Schreckschuß- und ähnlichen Waffen untersagt.
    Ebenso ist durch die Firmenleitung der Einsatz von Gas und Schlagstöcken freizugeben.


    Zum Einen beugt das natürlich schon von Vornherein den Missbrauch vor. Zum Anderen wird sichergestellt, dass die Leute entsprechend ausgebildet und eingewiesen sind. - Mit eine Voraussetzung für das Führen. Die Notwendigkeit - soweit es das Waffenrecht berührt - wird durch die Firmenleitung geklärt, also auch eine Absicherung des Wachmannes. Er kommt nur mit den "freigegebenen und erforderlichen" Waffen und Hilfsmitteln zum Einsatz, riskiert praktisch keine Anzeige mehr wegen unerlaubten Waffenbesitzes. :D


    Dann kommt natürlich auch der sehr fragliche Sicherheitsfaktor dazu, der sich aus dem Führen von "Scheinwaffen" ergibt. Ein Täter wird nicht fragen, ob es sich um eine echte Schusswaffe oder eine Schreckschusswaffe handelt. Auch nicht, ob jemand am MES ausgebildet ist, oder ihn nur zur Abschreckung führt.


    Ist nun mal leider so, dass sich jede Waffe, jedes Hilfsmittel - abhängig davon, wie der Träger ausgebildet und motiviert ist - sich gegen ihn oder für ihn einsetzen läßt.


    Und leider ist es nun mal so, dass gerade die am besten "bestückten und ausgerüsteten" Leute nicht unbedingt entsprechend ausgebildet sind und auf der anderen Seite Vorfälle provozieren.

  • Hallo.


    ...Das für Gas-Signal und Schreckschuss Pistolen der Kleiner Waffenschein (§ 10 Abs. 4 S. 4 WaffG) benötigt wird ich klar.


    Klar ist aber auch, dass bei den meisten Dienstanweisungen vom Arbeitgeber extra vermerkt ist, dass das führen von eben solchen frei Verkäuflichen Waffen Verboten bzw. untersagt ist und wird...


    Der kleine WS wäre wohl in den meisten Fällen nicht nötig...


    Aber warum auf irgend eine Dienstanweisung hinweisen. Ist das nicht ganz klar von der BG geregelt?


    Zitat

    BGV C7


    § 19 Schusswaffen


    (4) Das Bereithalten und Führen von Schreck- oder Gas-Schusswaffen ist bei der Durchführung von Wach- und Sicherungsaufgaben unzulässig.


    g`day

    daffi


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    Wer mich zur Sau machen will, wird merken, dass ich ein Schwein sein kann...
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    Wir sprechen uns noch...
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    VDK ----- Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

  • Und leider ist es nun mal so, dass gerade die am besten "bestückten und ausgerüsteten" Leute nicht unbedingt entsprechend ausgebildet sind und auf der anderen Seite Vorfälle provozieren.


    z32w


    Was Gas- und Schreckschusswaffen angehen: Klares NEIN. Und das nicht nur wegen des Verbots der BG.
    Diese Dinger sind meiner Ansicht nach für die Selbstverteidigung nur bedingt geeignet. Das Risiko dabei überwiegt den Verteidigungsnutzen um ein Vielfaches.


    An Silvester damit Feuerwerk in die Luft ballern, ja. Dafür sind sie gut. Aber für mehr nicht.
    (aber selbst dafür bräuchte man dann den kleinen Waffenschein, ausser man ballert im eigenen Grundstück)


    Was Pfeffersprays angehen: Ja, kann man mitführen (solange der Arbeit- und Auftraggeber das OK dazu geben).


    Bei Schlagstöcken jeglicher Art sollte zunächst eine entsprechende Ausbildung daran stattfinden, bevor man so ein Ding mitführt. Ansonsten auch hier eher Finger weg.

  • @ DH


    Hast du da eine Quelle? Habe davon noch nichts gehört.


    g`day

    daffi


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  • Link

    Zitat

    ... das Abschießen von pyrotechnischer Munition zu Silvester vom eigenen befriedeten Besitztum oder vom befriedeten Besitztum eines anderen mit Zustimmung des Inhabers des Hausrechtes ist frei von waffenrechtlichen Erlaubnispflichten zulässig, wenn es den Vorgaben der Verwendersicherheit (also Schießen senkrecht nach oben, nicht in der Nähe von leicht brennbaren Objekten usw.) entspricht.
    Weiterhin ist der Transport der Gas- und Schreckschusswaffe von Ort zu Ort erlaubnisfrei, also ohne Kleine Waffenschein, zulässig wenn die Waffe nicht schuss- und zugriffsbereit transportiert wird.

  • @ colle --- Danke.


    Also keinerlei Änderungen. Das wollte ich doch meinen... denn so etwas geht selten an mir vorbei.


    g`day

    daffi


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  • ***** Da hat sich ja mal ein Verkäufer bemüht, seine Internetseite auch entsprechend mit Hintergrund- und Fachwissen auszustatten (kann allerdings sehr gefährlich sein).


    Leider ist nicht alles richtig...*****


    g`day

    daffi


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  • Wurde damals, so ich weiß, erwähnt, als die Geschichte mit dem "kleinen" Waffenschein los ging.


    Richtig, da war was - das bezog sich allerdings nur auf die Erlaubnispflicht (kleiner Waffenschein), wenn man ausserhalb des eigenen befriedeten Besitztums damit ballern möchte.
    Gerade zu Silvester gibt es ja in nahezu jedem kleinen Kaff Treffpunkte zu Mitternacht. Dorfplatz, Rathaus und dergleichen. Und da brauchts dann eben den kleinen Waffenschein, wenn man mit der Gaspistole zugelassenes Feuerwerk verballern möchte.

  • Würde schon alleine aus eigener Einstellung keine Schußwaffen-ähnlichen "Gerätschaften" zum Dienst mitnehmen.


    Wenn schon, dann auf den Einsatz bezogen die Echte....


    Was wäre denn, wenn wirklich ein Verrückter denkt, man hat ne Echte Schußwaffe und deshalb seine zieht?
    Dann kann ich nur noch 1. die Gaser werfen und dann mich selbst in Deckung werfen; wenn es überhaupt noch geht....


    Ausserdem kommt es doch sehr martialisch daher, wenn man bei normalen Einsätzen mit der "Knarre" rumläuft; wir versuchen selbst den Tele so zu verstecken, dass ihn niemand sieht.... ausser er verlangt danach! :maul: :D

  • Ausserdem kommt es doch sehr martialisch daher, wenn man bei normalen Einsätzen mit der "Knarre" rumläuft


    Wobei das natürlich auf die Art des Einsatzes ankommt.
    Im Veranstaltungsschutz mag das durchaus zutreffen, im Objektschutz sieht das schon wieder anders aus. Hier kann man zumindest Interventionskräften (Alarmverfolgung) ein gewisses Bedürfnis für eine Bewaffnung zusprechen. Es gibt auch einige Unternehmen, die ihre IK mit Schusswaffen ausrüsten.

  • Bei der entsprechenden Gefährdungslage ist es sicherlich richtig, doch denke ich, dass derartige Objekte eher spärlich anzutreffen sind.


    Und ehrlich gesagt, kenne ich keine Streife, die bewaffnet fährt. Nur in einem Unternehmen sind in der Zentralle Mitarbeiter, die bei einer Alarmierung von zwei Objekten dann bewaffnet ausrücken... Aber da ist, wie oben bereits angemerkt, die Gefährdungslage dementsprechend...

  • Ich rede auch nicht von einer Streife, sondern vom Interventionsdienst.
    Nicht überall macht der Revierdienst auch Alarmverfolgung mit. In vielen Unternehmen ist das getrennt.
    Mit Schusswaffen bewaffnete Revierdienste kenne ich auch keinen (ich kannte einen, ob die noch bewaffnet fahren weiss ich nicht).


    Und ein entsprechendes Gefährungspotential ist bei einem Einbruchalarm grundsätzlich immer vorhanden. Man geht schließlich immer von einem echten Einbruch aus und nicht von einem Fehlalarm.
    Ob der Einbruchalarm nun in einem Privathaus ist oder in einer Bank ist erst einmal nebensächlich, was die Gefährdung der eingesetzten Kräfte angeht.
    Die Polizei begeht ein Objekt, in dem Einbruchalarm ausgelöst wurde auch mit Hand an der Waffe...


    Ich persönlich bin allerdings der Meinung, dass eine Schusswaffe nicht unbedingt erforderlich ist. Eine vernünftige Aussenkontrolle und gut ist - beim geringsten Verdacht auf echten Einbruch wird die Polizei verständigt. Der AV wartet in sicherer Entfernung.

  • Hallo


    "Freie" Waffen wie Gaspistolen sind im Dienst Lebensgefährlich !!!!


    Pepperspray usw. sind sicherlich hier und da Sinnvoll.


    Ich Denke Grundsätzlich sollte es genaue Arbeitsanweisungen geben, wie und wann was Geführt werden soll oder darf.


    Scharfe Waffen machen sicher hier und da Sinn, ein Problem sehe ich jedoch am mangelnden Training und der
    oft nicht Ausreichenden Ausbildung der Waffenträger, bzw. dem Mangelhaften "Werkzeug".


    Leider findet Mann / Frau in unseren Beruf immer wieder "Rambos" die dann mit Ihrer Privaten "Gasknarre" im
    Objektschutz rumlaufen, oder Waffenträger die kaum 500 Schuß im Jahr machen, und dann noch nur auf 25 Meter.


    Wünsche mir das diese Problematik mal vom Gesetzgeber angegangen wird.


    Gruß Wicko

  • Mahlzeit,


    Meine Frage zu der Thematik betrifft den neuen EKA (Einsatzstock Kurz Ausziehbar), wie er momentan auch Verwendung bei LaPo BuPo, etc findet.




    Seitens des Gesetzgebers fand ich hierzu nur den § 42a WaffG der das führen in Beruflicher Absicht ja zulässt.


    Teleskopstöcke sind in der Regel ja keine verbotenen Gegenstände wie ein Totschläger etc. Mal abgesehen davon, das die Erlaubnis herunter geht bis zur Freigabe des Arbeitgebers.


    In einigen Katalogen fand ich zu explizit DIESEM Modell den Eintrag: Abgabe nur an Behörden, Inhaber WBK und Jagdscheinbesitzer.


    Abgesehen davon, dass es sinnvoll ist den Umgang mit der Waffe zu erlernen, muss man bei DIESEM Modell extra Scheine machen, besitzen, spezielles Training absolvieren, wenn ja, wo bekommt ein sich Fortbildender Mensch die entsprechenden Scheine (Unterricht bzw Training) her oder ist es schlicht eine Info-Lücke in einem alten 09/10- Katalog?


    Da ich für meinen persönlichen Ausrüstungsstand gern Qualitativ gutes Material besitze, möchte ich mir diesen EKA zulegen um damit arbeiten zu können.


    Danke für die Antworten

    "Lieber 3x Salz in die Wunde als 1x Zucker in den Arsch." (Trainman 2009) ;)

  • also da habe ich Bauchschmerzen ... alles was auch nur waffenähnlich ist, sollte definitiv vom Arbeitgeber gestellt und damit zur Mitführung "ANGEWIESEN" werden.
    Ohne ausdrückliche Weisung sind keine Waffen mitzuführen, auch wenn sie jedermann im einschlägigen Fachhandel kaufen kann. Das gilt auch für die Auswahl des jeweiligen Models ...
    Jedenfalls kenne ich das nicht anders und finde das auch richtig so.

    Manche leben um zu arbeiten, andere arbeiten, um zu leben ... ich gehöre zu den Dummen :D