Beiträge von Specialist

    ich bin ja nun seit 2 Monaten bei meinem neuen AG
    und hatte bereits das 4.Gespräch mit den oberen Herren, ob ich mich denn wohlfühlen würde, ob mit den Stunden alles passt, ich solle mich sofort melden, wenn etwas nicht richtig läuft, etcetc.


    das wird mir fast unheimlich :D
    solche AG hatte ich in dieser Branche noch nicht kennengelernt, obwohl ich auch schon gut 30 Jahre im Gewerbe rumhänge ;)


    viele Mitarbeiter sind dort schon 10,20 , teilweise 30 Jahre
    fast wie eine große Familie
    ein Traum im Vergleich zu vielen anderen Firmen.............

    ich meine, eine Frage, wie man behandelt wird - als Mensch, wertvoller Mitarbeiter oder als austauschbare Nummer
    fühlt man sich wohl, zieht man mit, wenn es nicht anders geht,
    wird man gut behandelt, ist einem auch die Firma nicht völlig egal


    ein AG, der mal schnell gratis 100l Wasser und Schorle für 30 Mann herankarren lässt, weil wir eben Hitzewelle haben
    oder
    ein AG, der nach einem erfolgreichen Großeinsatz ein Abendessen beim Jugoslawen für 12 Mann spendiert


    der darf mich auch mal anrufen, obwohl ich gerade frei hätte.....


    aber viele AG fordern eben nur.......sehen es als selbstverständlich an ......und vergessen schnell, daß Gefallen erwiesen wurden, wenn man selbst mal was braucht.........

    nicht nur bei euch ein Streitthema


    ich habe mir angewöhnt, wenn ich etwas wichtiges vor habe, bin ich nicht erreichbar
    ansonsten helfe ich gerne aus, wenn Not am Mann ist und ich nicht sowieso schon stundenmässig auf dem Zahnfleisch daherkomme


    eine grundsätzliche telefonische Erreichbarkeit in der Freizeit kann der AG nicht verlangen,
    wenn ich erreichbar sein will, bin ich es auch (eine Hand wäscht die andere, das klappt bei uns ganz gut)

    wenn man weiß, was der AG müsste
    er tut es aber nicht


    und man vielleicht noch weiß, wen man informieren könnte, um den AG zu zwingen, zu tun, was er müsste,
    aber sich davor scheut, dies zu tun


    ist es eigentlich für das eigene Seelenheil besser, nichts zu wissen sm-oke

    kenn ich nicht, Worthülse


    meiner Meinung nach zwei unterschiedliche Probleme :


    erstes Problem :
    es gibt drei Arten , egal wie man sie nennt, die man unterscheiden kann :


    - Arbeitszeit (man verrichtet die vertragsmässig geschuldete Arbeit)
    - Arbeitsbereitschaft (man hält sich an einem vom AG bestimmten Ort "bereit", ohne Arbeitsleistung zu erbringen und nimmt bei Bedarf die Arbeit wieder auf)
    - Rufbereitschaft (man hat Ruhezeit, kann tun und lassen, was man will wo man will, und wird im Bedarfsfall gerufen, tätig zu werden)


    bei den ersten beiden ist der vereinbarte normale Arbeitslohn zu zahlen, also mindestens Mindestlohn
    bei letzterer besteht auch Vergütungspflicht, allerdings kann diese auch nach unten abweichen


    eine "Aktivbereitschaft" würde ich der Schilderung nach in die Kategorie Zwei einordnen, also volle Bezahlung



    zweites Problem :
    Arbeitsverdichtung
    der AN muß das leisten, was er kann, ohne sich bewusst zurückzuhalten
    ist das geforderte Pensum nicht zu erreichen, kann auch nicht wirksam abgemahnt bzw. verhaltensbedingt gekündigt werden
    es bleibt aber das Problem, dieses Pensum im Ernstfall gerichtlich überprüfen lassen zu müssen,
    wobei man nicht weiß, was ein Richter schließlich entscheidet


    die Argumentation des AG beisst sich aber :


    wenn der Arbeitsanfall in 12 Std so hoch wäre, daß keine ausreichende Bereitsschaft möglich wäre, wie will er denn verlangen können, den bisherigen Arbeitsanfall in kürzerer Zeit (ca.30% von 12 Std müssten Arbeitsbereitschaft sein) zu schaffen ?


    ich schätze mal, der Riegel, den man dieser Idee vorschieben könnte, ist schon geschmiedet,
    es müsste halt nur jemand vor Gericht ziehen

    Was gibts eigentlich aktuell für Infos zu einem neuen Lohntarifvertrag in Bayern ?


    man hört gar nichts :cursing:


    auf der Verdi-Seite ist auch nichts zu finden ......................


    hat da jemand Erkenntnisse ?

    Es gibt ja in unserer Branche alle möglichen Konstellationen :


    einige Firmen stellen den AN komplette Dienstkleidung kostenlos zur Verfügung (wie im MRTV vorgesehen), teilweise auch gegen Kaution, andere Firmen "verlangen" eine bestimmte farbliche Kleidung (z.b. schwarze Hose, weißes Hemd), ohne irgendetwas zur Verfügung zu stellen (vielleicht höchstens noch eine Krawatte mit aufgedrucktem Firmenlogo), andere verlangen, Dienstkleidung käuflich bei ihnen zu erwerben, die dann auch verpflichtend zu tragen ist.................................


    was meint ihr ?


    ist der AG verpflichtet, geeigneten Regenschutz zur Verfügung zustellen , wenn Dienste überwiegend/meistens/ab und zu im Freien zu verrichten sind ?


    oder kann er dies -nach dem Motto, soll sich jeder selbst etwas besorgen - gänzlich auf den AN abwälzen ?


    genügt es, eine wasserabweisende Dienstjacke ohne Kapuze zu stellen, die dann u.U. nach 10 min völlig durchweicht ist ?
    reicht es, irgendwo ein paar Regenschirme abzustellen, an denen man sich im Fall der Fälle bedienen kann ?

    Fachkraft für Schutz und Sicherheit wird in NRW mit 13,92€ tariflich gelistet
    geprüfte Schutz und Sicherheitskraft mit 13,59 €


    wenn ich mal für Bayern spreche, gibt es kaum bis gar keine Stellen, die Fachkräfte für Schutz und Sicherheit fordern, also auch dementsprechend tariflich bezahlen


    zumeist werden die alten IHK-Werkschutzfachkräfte bzw. die neuere Form (geprüfte Schutz und Sicherheitskraft) gesucht und auch bezahlt,
    weshalb es vielleicht erstmal zu überlegen wäre, statt der FSS lieber die GSSK zu machen


    mit den Meistern ist es auch so eine Sache
    im Tarif noch nicht geregelt, also lohnmässig Verhandlungssache
    der Bedarf geht auch eher Richtung Null


    Luftsicherheitsassistenten werden meines Wissen gesucht, da findet man relativ leicht etwas ( mit den enstprechenden Voraussetzungen)
    und wer in der Nähe eines Flughafens wohnt, für den ist das sicherlich keine schlechte Alternative
    im Lohntarif für NRW sind Tätigkeiten nach §§ 8 und ) LuftSiG mit 9,75€ (nach der Probezeit) aufgeführt,
    Tätigkeiten nach § 5 LuftSiG mit 13,60€ (nach der Probezeit) aufgeführt


    In dem Tarifentwurf ist z.B. auch erstmal eine Eingruppierung des Meisters für Schutz und Sicherheit drinne.


    soweit ich weiß, ist dies bisher bloß in Hessen der Fall
    Meister für Schutz und Sicherheit wird mit 14,38€ gelistet ( im Vergleich Fachkraft für Schutz und Sicherheit 12,29€)
    allerdings liegen Sicherheitsmitarbeiter im öffentlichen Personenverkehr oder Citystreife im kommunalen Auftrag auch schon bei 13,75€
    (ohne Fachkraft oder Meisterprüfung)

    sämtliche derzeit von den AG vorgeschlagenen Modelle zum Wegfall/Kürzung etwaiger steuerfreier Zuschläge durch Einberechnung
    in den Stundenlohn sind Mogelpackungen


    es wird wieder zig Ausnahmen geben ( der AG wird sicherlich keinen Zuschlag in einen Stundenlohn einrechnen, der bisher schon aufgrund der üblichen Arbeitszeiten keinen Zuschlag erhielt)


    ich bin sehr für vernünftige Stundenlöhne
    auch Mindestlöhne sollten nicht nur das "Überleben" sichern, sondern sich deutlich vom Hartz-IV-Niveau abheben


    aber bin absoluter Gegner, dafür Zeitzuschläge abzuschaffen

    ich halte es für den falschen Weg, steuerfreie Zuschläge abzuschaffen, um dadurch auf auf den ersten Blick "vernünftige" Stundenlöhne zu kommen


    wir dürfen nicht vergessen, welche Nachteile AN in Kauf nehmen (müssen), wenn sie , wie in unserer Branche, Tag für Tag rund um die Uhr arbeiten müssen


    und da sogar der Gesetzgeber (noch) Steuerfreiheit für gewisse Zuschläge zugesteht (die in unserer Branche schon größtenteils unter den gesetzlich tolerierten Prozentzahlen liegen)
    wäre es in meinen Augen indiskutabel - gerade wenn es um MIndestlöhne geht - hier noch weiter zu verschärfen


    man löst damit weder das Problem, wie hoch ein evtl. MIndestlohn ausfallen müsste, um einigermasssen würdig leben zu können,
    noch die anstehende Problematik bei zukünftigen Renten

    Der Absturz wird schlimm und der Aufschlag auf dem Boden der Tatsachen sehr heftig.


    Und nun du...



    es dürfte niemanden überraschen, daß Mindest- oder Niedriglohn alleine keinesfalls zu einer auskömmlichen Rente führen wird,
    wie sich dieses Land in den kommenden Generationen Lösungen für die Rentenproblematik vorstellt, die sich andeutet, möchte ich gar nicht wissen,



    für viele von uns sind sogar schon heute die steuerfreien Zuschläge die einzige Möglichkeit, einigermassen über die Runden zu kommen,


    und da ich badisch-nsl zustimme, daß es kaum durchsetzbar wäre, wegfallende Zuschläge so in einen Stundenlohn einzupflegen, daß dem AN heute zumindest das gleiche Geld im Geldbeutel bleibt,


    wird es immer ein Minusspiel bleiben,
    egal wie derartige Pläne "schöngerechnet" werden


    im Endeffekt hat der AN (noch) weniger in der Tasche, als er bisher schon hat
    (aber die Aussicht, auf ein paar Cent mehr Rente, was aber nichts daran ändert wird, daß man trotzdem "verarmt", falls man im Alter nichts mehr dazuverdienen kann, nichts geerbt oder anderweitig privat vorgesorgt hat bzw. abgesichert ist)

    ...und die Absenkung der Nachtschichtzuschläge auf 5% in manchen Bundesländern kommt ja schon nahe an eine Abschaffung heran...........................


    das Argument, steuerfreie Zuschläge würde nicht auf die Rente angerechnet, ist für mich keines
    denn im Moment ist es für viele wichtiger, diese Zuschläge jetzt netto im Geldbeutel zu spüren,
    als später mal ein paar Euro fuffzig mehr Rente zu bekommen

    vergessen wir nicht :


    die Realität sind überwiegend ausgemusterte Altmöbel oder uraltes Billigmobiliar bzw. Schrott- oder Billigstühle,


    die arbeitsplatztechnischen Zustände eines badisch-nsl mit ergänzenden Seminaren wird wohl für die allermeisten Utopie sein und bleiben


    und zum anderen : auch der beste Stuhl wird nicht verhindern, daß ständiges "rumsitzen" früher oder später zu Gesundheitsproblemen führt, falls man nicht durch Sport/Training ausgleichend dagegenarbeitet

    den muß jede Woche ein anderer Mitarbeiter kaufen :D


    5 min zu spät = 1 Staubmagnet
    zusätzliche Schicht nicht übernommen = 2 Staubmagneten
    Stechstelle vergessen = 1 Staubmagnet...........................


    obwohl, wenn ich zurückblicke auf das eine oder andere Objekt, würde ein Staubmagnet nicht helfen,
    wenn ich daran denke, welcher Schlonz da auf den Bildschirmen teilweise anhaftete,
    da hätten schon feuchte Reinigungstücher ihre Probleme


    und Computertastaturen : ein Thema für sich


    "Bisher glaubte man, dass die Klobrille von öffentlichen Toiletten am
    stärksten keimbelastet ist, doch nach neueren Untersuchungen wurde dies
    widerlegt. Eine durchschnittliche PC-Tastatur beherbergt bis zu 400 Mal
    mehr Bakterien als ein Toilettensitz."
    http://www.gesundheitstrends.d…ipps/computertastatur.php

    Arbeitsstättenverordnung


    § 4 Besondere Anforderungen an das Betreiben von Arbeitsstätten



    (2) Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Arbeitsstätten den
    hygienischen Erfordernissen entsprechend gereinigt werden.
    Verunreinigungen und Ablagerungen, die zu Gefährdungen führen können,
    sind unverzüglich zu beseitigen.




    es soll gar nicht so selten vorkommen, daß die Reinigung von Diensträumen den Mitarbeitern vor Ort aufs Auge gedrückt wird
    deshalb möchte ich diesen Punkt mal zur Diskussion stellen


    wie schauts aus ?


    selber putzen ? selbst den Müll entsorgen ?
    muß der AN diesen Anweisungen nachkommen ?
    kann der AG diese Pflichten auf den AN übertragen ?
    müssen die AN "ihre" Diensträume selbst reinigen oder haben sie Anspruch darauf, daß der AG "reinigen lässt" ?


    Das LAG Rheinland-Pfalz (Az: 9 Sa 427 / 0 8 ) hatte einen derart gelagerten Fall zu entscheiden,

    und stellte fest, es wäre grundsätzlich nicht unmöglich, diese Pflichten auf den AN zu verlagern, allerdings müsse im Einzelfall das "billige Ermessen" berücksichtigt werden:



    "Zwar
    kann der Arbeitgeber seine aus § 618 BGB folgenden Verpflichtungen auch durch
    eigenes Personal erfüllen. Eine Erfüllung der Pflicht durch Aufnahme einer
    Reinigungstätigkeit durch den Kläger selbst ist allerdings rechtlich nicht
    möglich, da unter Berücksichtigung der Eingruppierung und Stellung des Klägers
    eine Anweisung zur Reinigung diesem gegenüber durch das arbeitsvertragliche
    Direktionsrecht nicht gedeckt ist."





    in diesem konkreten Einzelfall war also ein Büroleiter nicht verpflichtet, die vom AG geforderten Reinigungsarbeiten selbst zu erledigen,
    inwieweit dies aber auch für "normale" Arbeitnehmer gelte, blieb offen, da nur dieser Büroleiter geklagt hatte


    grundsätzlich umfasst aber das Direktionsrecht nur die Möglichkeit, "gleichwertige" Arbeiten zu übertragen bzw. anzuweisen





    weiter geht die Reise in unbekannte Gebiete , ein weiterer interessanter Paragraf aus dem großen Märchenbuch :




    § 8 ArbSchG Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber






    (1) Werden
    Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber an einem Arbeitsplatz tätig, sind die
    Arbeitgeber verpflichtet, bei der Durchführung der Sicherheits- und
    Gesundheitsschutzbestimmungen zusammenzuarbeiten. Soweit dies für die
    Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeit
    erforderlich ist, haben die Arbeitgeber je nach Art der Tätigkeiten
    insbesondere sich gegenseitig und ihre Beschäftigten über die mit den
    Arbeiten verbundenen Gefahren für Sicherheit und Gesundheit der
    Beschäftigten zu unterrichten und Maßnahmen zur Verhütung dieser
    Gefahren abzustimmen.
    (2) Der Arbeitgeber
    muß sich je nach Art der Tätigkeit vergewissern, daß die Beschäftigten
    anderer Arbeitgeber, die in seinem Betrieb tätig werden, hinsichtlich
    der Gefahren für ihre Sicherheit und Gesundheit während ihrer Tätigkeit
    in seinem Betrieb angemessene Anweisungen erhalten haben.





    im Klartext : auch der Auftraggeber ist gefordert, es genügt nicht, einfach Aufgaben auf einen externen Dienstleister zu verteilen nach dem Motto : Ich bin Kunde und bezahle für diese Dienstleistung, wie ihr das hinbekommt, ist eure Sache



    genausowenig wie der eigene Arbeitgeber sich aus der Sache herauswinden kann, indem er lapidar mitteilt, der Auftrag würde eben dies und das beinhalten, die Vorgaben kämen vom Auftraggeber, er hätte keinerlei Einfluß auf die Bedingungen vor Ort



    wie läuft es in der Praxis ab ? selten arbeiten Auftraggeber/Arbeitgeber zusammen, öfters schiebt der eine den schwarzen Peter dem anderen zu



    wer darf es ausbaden : der Mitarbeiter vor Ort

    Wobei die Unterweisung in Sachen Arbeitssicherheit (vorgeschrieben bei Neueinstellung, bestimmten Änderungen und im Bedarfsfall auch wiederholt) nichts mit der Einweisung zu tun hat.
    In der Arbeitssicherheit gibt es kein "learning by doing" -


    och, da könnte ich genug Beispiele anführen
    wo man sich einfach "Unterweisungen" spart, sondern darauf setzt, daß bestimmte Dinge per Mundpropaganda weitergegeben werden


    aktuell gerade wieder erlebt : eine bestimmte Firma ist beauftragt, per Zaunabsperrung einige Bereiche abzutrennen bzw. vor unbefugtem Zutritt zu schützen,
    die kommen an mit Gabelstapler, stellen in unregelmässigen Abständen schwere Kästen auf, aus denen dann ein Drahtzaun ausgerollt wird, mittels mehrerer mobiler Metallpfosten, Hebel und Kurbeln gespannt und im nächstfolgenden Kasten eingehängt wird,


    da heißt es dann lapidar, sollte der Zaun Wochenende/Nachts umstürzen/durch Unbefugte ausgehängt/hochgehoben werden,
    muß der Sicherheitsdienst das Teil wieder neu aufbauen


    wie und was interessiert erstmal niemanden, der Zaun steht ja
    es kommt wie es kommen muß : 1. Wochenende, und jeder Besucher hängt an diesem Zaun, natürlich wird er verschoben, ausgehängt, fällt um


    man versucht sich dann zu zweit am Maschendrahtzaun ( beim Originalaufbau waren 6 Mann involviert) mit weißem Hemd und Krawatte, ohne Arbeitshandschuhe und Unterrichtung ( man muß selbst herausfinden, wie man unter Zug und Zwang dieses Teil am besten wieder aufrichtet, ohne daß es einem um die Ohren fliegt )
    Ergebnis : 1 Std Arbeit, Hemd versaut, Hose verdreckt, Finger aufgerissen, beinahe Metallpfosten auf den Schädel bekommen -Juhu


    natürlich : es existiert offiziell keine Dienstanweisung , niemand wurde unterrichtet , es wird einfach erwartet, daß man es hinbekommt


    die nächsten 4-5 Wochenenden hält der Zaun,
    also ist das Thema wieder nicht mehr aktuell, keiner denkt mehr daran


    bis dann vielleicht das Spiel am sechsten Wochenende mit zwei neuen Kollegen von vorne beginnt

    das Thema "Arbeitssicherheit" ist in den meisten Betrieben im Sicherheitsgewerbe einfach nicht existent
    man kann beliebige §§ , z.b. aus dem ArbSchG , herausnehmen


    Science Fiktion für die meisten Arbeitnehmer :




    § 5 ArbSchG Beurteilung der Arbeitsbedingungen






    (1) Der Arbeitgeber
    hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit
    verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des
    Arbeitsschutzes erforderlich sind.



    das wären die bereits angesprochenen "Gefährdungsbeurteilungen"


    (2) Der
    Arbeitgeber hat die Beurteilung je nach Art der Tätigkeiten vorzunehmen.
    Bei gleichartigen Arbeitsbedingungen ist die Beurteilung eines
    Arbeitsplatzes oder einer Tätigkeit ausreichend.
    (3) Eine Gefährdung kann sich insbesondere ergeben durch 1.
    die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes,



    man sitzt 12 Std in einer abgetakelten Pforte mit ausgemusterten Bürostühlen und starrt auf Bildschirme
    Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätzen, geeignete Bestuhlung (24-Std-Stühle) Fehlanzeige,


    2.
    physikalische, chemische und biologische Einwirkungen,



    z.b. starke Hitze, extreme Kälte, Nässe
    alles Probleme, auf die ein AG angemessen reagieren müsste, wie schaut die Realität aus ?
    3.
    die
    Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeitsmitteln,
    insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie
    den Umgang damit,



    kann wohl fast jeder ein Lied davon singen, mit welchem "Müll" man teilweise arbeiten muß

    4.
    die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit und deren Zusammenwirken,



    insbesondere das Thema "Arbeitszeit", auch z.b. Dienstpläne nicht nur unter dem Gesichtspunkt "Hauptsache, die Schicht ist besetzt", sondern auch mal unter dem Aspekt der Gesundheitsgefährdung überprüfen5.
    unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten.



    schlechte bis gar keine Unterweisung, "learning by doing",




    das Thema "Arbeitssicherheit" im Bewachungsgewerbe gleicht einer Reise auf den Mars : völlig unbekanntes Terrain