Beiträge von Specialist

    man müsste sich aber schonmal die genaue Formulierung im Arbeitsvertrag anschauen


    der Umstand, daß ein bestimmtes Objekt "als Arbeitsort" angegeben ist, wie geschildert, muß ja nicht grundsätzlich heißen, daß bei Wegfall des Objektes bzw. Ablehnung des Auftragebers der Arbeitsvertrag automatisch endet

    das Problem ist,


    1. man hat so gut wie keine Möglichkeiten dagegen vorzugehen, wenn ein Auftraggeber einen weiteren Einsatz bei sich ablehnt


    2. der Arbeitsvertrag ist ausdrücklich auf dieses bestimmte Objekt bezogen


    3. eine Weiterbeschäftigungsmöglichkeit (unter geänderten Bedingungen) wurde angeboten und abgelehnt


    somit könnte der AG von hause aus gleich mal betriebsbedingt kündigen
    oder er könnte eine Änderungskündigung aussprechen ( Beendigungskündigung für den alten Arbeitsvertrag, neues Angebot zur Weiterbeschäftigung)


    gegen eine betriebsbedingte Kündigung müsste man innerhalb drei Wochen klagen
    eine Änderungskündigung könnte man unter Vorbehalt annehmen und ebenfalls binnen drei Wochen klagen
    ( was dazu führt, daß man erstmal unter den neuen Bedingungen weiterarbeitet)
    lehnt man die Änderungskündigung ab, ist man nach Ablauf der Kündigungsfrist erstmal raus, müsste also auch Klage erheben


    ich fürchte mal, wenn du weiterhin dort arbeiten willst, bleibt dir nichts anderes übrig, als das neue Angebot anzunehmen
    einer Klage würde ich wenig bis gar keine Chancen einräumen


    einen "passenden" Arbeitsplatz muß dein AG nicht anbieten
    er müsste lediglich darauf schauen, ob du auf einem "freien" Arbeitsplatz weiterbeschäftigt werden könntest


    ist laut AG keiner "frei", müsstest du beweisen, daß einer "frei" wäre, an dem man dich weiterbeschäftigen könnte


    also alles nicht sehr erfreulich....

    gut, ihr kümmert euch


    ein Gespräch mit dem Objektleiter, die Dienstanweisungen doch dahingehend zu ergänzen, blieb erfolglos
    eine entsprechende Mail an meine Regionalleitung über diesen Umstand blieb unbeantwortet


    das ist Pillepalle - wenn man es nicht besser weiß, ist es das eine
    wenn man es aber einfach ignoriert, obwohl man es weiß oder mitgeteilt bekam, ist es das andere


    na ja, einer der Gründe, warum ich dort aufgehört habe................

    nehmen wir mal die Durchführungsanweisungen zum § 4 BGV C 7



    Zusätzlich zu der allgemeinen Dienstanweisung sind in einer speziellen
    Dienstanweisung Umfang und Ablauf der jeweiligen Wach- und
    Sicherungstätigkeit einschließlich aller vorgesehenen Nebentätigkeiten
    festzulegen. Hierbei sind alle Gegebenheiten und erforderlichen
    Maßnahmen zu berücksichtigen, die sich auf den jeweiligen Einsatz
    beziehen.




    Die Versicherten dürfen Tätigkeiten, die nicht in der speziellen
    Dienstanweisung festgelegt sind, nicht durchführen. Anweisungen des
    Auftraggebers für Tätigkeiten, die über den Umfang der speziellen
    Dienstanweisung hinausgehen, dürfen nicht befolgt werden. Anweisungen,
    die der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz offensichtlich
    entgegenstehen, dürfen nicht ausgeführt werden.



    und dazu mal ein praktisches Beispiel aus meinem letzten Job :


    der Kantinenbetreiber im Werk XY fragt beim externen Werkschutz an, ob ein Mann übrig wäre, der eine Mitarbeiterin mit den Tageseinnahmen zur ca. 1km entfernten Bank begleiten könnte.
    Der Objektleiter stimmt zu, ohne Rücksprache mit seinem Chef, "ja,ja, können wir schon machen, kein Problem",
    schon ist die Sache in Stein gemeisselt und gehört zukünftig zu den regelmässigen Aufgaben


    was soll man dazu sagen ?


    so wird es in vielen Fällen laufen, man macht das, was verlangt wird, es kommen immer mehr Aufgaben dazu, irgendeine allgemeine Dienstanweisung (oftmals ein halbes Jahrhundert alt, Aktualisierungen Fehlanzeige) liegt irgendwo rum,
    reingeschaut hat da die letzten Jahre keiner mehr

    das BAG definiert folgendermaßen :



    (6 AZR 564/01)




    was in manchen Bereichen aber als "Praktikum" , "Probearbeiten" oder auch "Schnuppertage" angeboten wird, oder wie man das auch nennen will, hat damit gar nichts zu tun.



    http://www.rechtsanwalt-schind…nn_eingeklagt_werden.html



    Zitatfunktion berichtigt. colle

    ach, Magengeschwür krieg ich keines


    bekam vielleicht der eine oder andere "Chef", der es mit mir früher als Betriebsrat zu tun bekam, wer weiß...............


    mich packt nur immer der kalte Zorn, wenn ich sehe, wie die Leute in unserem Gewerbe behandelt werden
    ( die berühmten Ausnahmen-Firmen gibt es möglicherweise, begegnet ist mir noch keine, und ich kenn so ziemlich alle namhaften in unserer Region)
    und viele Arbeitnehmer das auch noch als "normal" betrachten, weil sie es nicht anders kennen oder nicht besser wissen


    aber so wirklich interessiert es niemanden der zuständigen Behörden,
    obwohl sowohl die Gesetze und Vorschriften da wären, als auch die Sanktionen, diese Zustände zu bekämpfen

    vielleicht kannst du mir mit ein paar für den AN positiven Aspekten bei Pseudopraktika, kürzeren Kündigungsfristen und längeren sachgrundlosen Befristungen als das Gesetz vorsieht (ein Hurra auf die Öffnungsklauseln), großartig angepriesener tariflicher Vergütung (wobei überwiegend der Mindestlohntarifvertrag gemeint ist) auf die Sprünge helfen ? ;)


    was der AG davon hätte, kann ich mir schon vorstellen, aus seiner Sicht sehe ich das alles generell nicht negativ

    ...deswegen schiebt unsere Firma jeder Einstellung mittlerweile ein Praktikum voraus.


    .


    klar das die Sicherheitsbranche auf diesen üblen Zug mit den Praktika auch noch mit aufspringt


    Pseudopraktikum, Probezeit mit einigen Tagen Kündigungsfrist, Befristungen zum Abwinken,
    Mindestlohn, und einfache Möglichkeit, jemanden der den Mund aufmacht, wieder loszuwerden


    schöne neue Arbeitswelt
    irgendwann sind wir wieder beim Tagelöhner.................


    und was machen die Arbeitgeber ? palaber01

    Auch wenns eurer Diskusion jetzt entgegen läuft...


    Aber mal ganz ehrlich, wenn ich in der Probezeit kündigen will muss da ja so einiges komisch laufen...
    Dann rufe ich während meiner Schicht beim Einsatzleiter/ Dienstplander oder wer da der Vorgesetze is an und sag ihm "Eurern Kram könnt ihr ab Morgen alleine machen"


    :thumbup:


    kann dich niemand daran hindern


    aber wirksam vereinbarte Vertragsstrafen oder Schadensersatzforderungen des AG könnten es für dich teuer machen, so zu handeln

    Dann hätten sie auf den Verweis zum MRTV verzichtet und die dort geregelte Frist einfach selbst in den TV eingetragen.


    So bleibt es beim Verweis auf dem zum Zeitpunkt des TV-Abschlusses gültigen MRTV. Gilt dieser nicht mehr... gilt der nachfolgende. Mit allen Konsequenzen.


    da ist jetzt deine Auslegung eines Tarifvertrages, der in meinen Augen keiner Auslegung bedarf, da "wörtlich" klar formuliert


    oder hast du irgendein Urteil, daß in solchen Fällen wie von dir beschrieben ausgelegt werden soll/muß ?

    das mag eine einleuchtende Erklärung sein, aber irgendwie überzeut sie mich nicht


    es geht darum, eine bestimmte Kündigungsfrist als vereinbart zu betrachten
    und zwar nur in einer Vereinbarung zwischen zwei Vertragspartnern, die für ihre Mitglieder sprechen :
    sie wollen ausdrücklich die Fristen eines bestimmten MRTV während der Laufdauer eines bestimmten MTV als vereinbart ansehen,
    der Wille der Vertragspartner war nicht, daß´sich diese Kündigungsfristen während der Laufzeit des MTV verändern sollen,
    wenn sich der MRTV ändern würde, deshalb wurde ja genau dieser bestimmte MRTV benannt
    das ergibt sich schon aus dem Wortlaut und ergäbe sich auch nicht, falls dieser unklar wäre, aus einer möglichen Auslegung


    http://www.dbb.de/themen/theme…-von-tarifvertraegen.html


    ich sehe hier nicht den geringsten Anhaltspunkt, daß die Tarifparteien die Absicht hatten, die Kündigungsfristen des jeweils gültigen MRTV zu vereinbaren,
    und irgendein Gesetz, daß hier einen Anspruch auf Änderung begründen würde, gibt es ebenfalls nicht

    gibt es für diese Meinung eine Rechtsgrundlage ?


    für die Fiktion der automatischen Dynamisierung bei Bezugnahme eines Tarifvertrages auf einen genau bezeichneten anderen Tarifvertrag, der zwischenzeitlich durch eine neuere Fassung ersetzt wurde , obwohl die Bezugnahme durch die Tarifparteien ausdrücklich statisch vereinbart wurde ?


    ...und dann sind wir doch wieder bei der "Gehaltsnummer"


    mit Mindestlohn und aufgrund der Arbeitszeit ohne Zeitzuschläge (Nacht, Sonntag, Feiertag) wird man kaum viele finden, die den hohen und immer mehr wachsenden Ansprüchen der Auftraggeber genügen,


    im Münchner Raum werden zu dutzenden diese "Doormen" gesucht,
    man schreckt auch nicht davor zurück, Fachkräfte für Schutz und Sicherheit auszuschreiben, wobei sich die Stelle beim Bewerbungsgespräch schlußendlich als Mindestlohn-Doorman entpuppt


    insbesondere fragt man sich schon, weshalb es den Unternehmen wenig ausmacht, die horrenden Mieten z.b. in der Fußgängerzone in MÜnchen zu bezahlen, aber für einen repräsentativen ( ja, die Ansprüche sind hoch) Doorman lediglich ein Appel und ein Ei bezahlen zu wollen


    oder würden sie auch mehr bezahlen
    oder bezahlen sie sogar wesentlich mehr, nur der AG will lediglich das Minimum an den AN weitergeben ?


    wo hakt es bei der Sache ?

    und dann treffen sie sich alle wieder


    der geschniegelte, unbescholtene Doorman, der unerwünschte Personen vom Supermarkt fernhält
    und der trinkende, ungepflegte Pöbler, der vom Supermarktgelände vertrieben wurde


    auf der Wartebank vor dem Zimmer des Sachbearbeiters,


    der eine, weil er aufstocken muß
    der andere, weil er sein Hartz-IV-Geld abholt


    :dash:


    Aber es ist eben so, dass aufgrund der konkreten Anforderung und der damit verbundenen Aufgabenstellung seitens des Auftraggebers die Tätigkeit "unserer" Doormen nicht unter "Schutz vor Ladendieben" fällt und damit auch nicht die SKP gefordert ist.
    Es ist halt - vor allem rechtlich in Bezug auf SKP-Pflicht - ein Unterschied, ob ich nun betrunkene und pöbelnde Typen vom Markt fernhalten soll oder ob ich Ladendiebe erwischen soll.


    tja, da sind wir schon beim nächsten Problem


    der, der Ladendiebe erwischen soll, braucht eine Prüfung


    der, der Pöbler oder Betrunkene abhalten soll, nicht


    wo wäre da der Ansatzpunkt, behaupten zu wollen, die eine Tätigkeit wäre nun so viel anspruchsvoller, daß man nur geprüfte Leute einsetzen dürfte ?


    klar, es ist einfach mal so geregelt, und damit ist man auch auf der sicheren Seite, wenn man diese Regeln beachtet,
    wobei du schon recht hast, daß es einem größeren AG egal sein kann, ob SKP gefordert wird oder nicht,
    außer er hat eben gerade niemanden mit SKP zur Verfügung oder es handelt sich um kleine Klitschen, Sub vom Sub usw.,
    wo gerade mal der Chef die SKP hat ...............