Beiträge von Specialist

    gratuliere zu deinem Traumjob jubel01


    allerdings ziehen dabei am Horizont schon wieder Problemwolken auf :


    § 7 ArbZG


    (9) Wird die werktägliche Arbeitszeit über zwölf Stunden hinaus
    verlängert, muss im unmittelbaren Anschluss an die Beendigung der
    Arbeitszeit eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden gewährt werden.



    ich kenne ein Objekt in MÜnchen, in dem die Tagschichten 10 Std, die Nachtschichten 14 Std dauern
    während der Nacht steht eine Ruheraum mit Bett zur Verfügung, man darf offiziell 2 Std bezahlt "schlafen", was die Sache in meinen Augen aber auch nicht "legaler" macht, denn im Fall der Fälle muß man die Arbeit sofort wieder aufnehmen können

    tja, was soll man machen ?


    theoretisch ist ja alles klar, es ist sowohl unzulässig, jemanden ohne Gewährung der gesetzlichen Pausen zu beschäftigen (Ordnungswidrigkeit bzw. in hartnäckigen Fällen Straftat) als auch 12 Stunden arbeiten zu lassen, ohne erhebliche Arbeitsbereitschaft bzw. Bereitschaftsdienst


    in der Praxis riskiert man aberr zumindest erhebliche Nachteile wenn nicht gar ganz seinen Job, falls man sich diesbezüglich mit seinem AG anlegt


    man muß für sich entscheiden, ob man das Ganze mitmachen will, weil man Ärger scheut, ob man in Opposition geht, weil man ja im Recht ist und dafür kämpfen will, egal welche Nachteile das im Nachgang bringen würde oder es Alternativen gibt (neuer Job)


    auch ein anonymer Hinweis an die zuständigen Behörden könnte Abhilfe schaffen, vielleicht wird der Laden mal unter die Lupe genommen, was dem AG gar nicht schmecken dürfte, da dabei erfahrungsgemäß oftmals noch weitere Missstände auf den Tisch kommen


    die Ignoranz der Vorgesetzten und Totschlagsargumente (keine Leute) ist auf jeden Fall meistens erstmal die übliche Reaktion, falls sich AN beschweren


    ein weiteres Phänomen, das mir auffiel, sind die "Stammbesetzungen" mancher Objekte.
    Oftmals gibt es eine Handvoll Leute, die schon ewige Zeiten an einem Objekt arbeiten und die Bedingungen dort - so ungesetzlich oder übel sie auch sein mögen - so verinnerlicht haben, daß sie sie selbst bis aufs Messer verteidigen und als notwendig und unabänderlich hinstellen
    da hast du dann als "Neuer" , der solche Zustände nicht kennt oder auch nicht hinnehmen will, sofort die komplette Mannschaft gegen dich - absurde Sache :dash:

    Nun gut, pauschale Unterstellungen sind nicht das wahre, da gebe ich dir recht


    aber wenn jemand behauptet, die vorgeschriebene Arbeitsbereitschaft bei 12Std-Schichten wäre in fast jedem (Werkschutz-)Objekt seines Unternehmes gewährleistet, stelle ich das mal - ohne nähere Kenntniss der Umstände vor Ort - genauso pauschal in Frage, wie es behauptet wird


    da es jeglicher Realität widerspricht, der ich in meiner über 30 jährigen Tätigkeit im Bewachungsgewerbe begegnet bin


    es mag einzelne Objekte geben, die diesen Vorgaben entsprechen, wobei dann aber wieder andere Probleme auftauchen (Einzelarbeitsplätze vs. gesetzliche Ruhepausen, oder ähnliches) oder Auftraggeber, die diese "Leerlaufzeiten" mit zusätzlichen Aufgaben füllen ("ich bezahl die doch nicht dafür, daß sie nur rumsitzen")


    wenn zudem das "rumsitzen" pauschal als Arbeitsbereitschaft postuliert wird, wächst die Skepsis noch mehr


    aber letztendlich hast du die Problematik dann doch etwas differenzierter dargestellt


    btw- so alt das Thema ist, so aktuell bleibt es


    gerade heutzutage wird verstärkt Personal abgebaut, wo früher noch 3-4 Leute Dienst verrichteten, sind es heute bloß noch 2 oder 1mit allen zugehörigen Problemen der Arbeitsverdichtung, der Unkenntnis auf AN-Seite ihrer Ansprüche nach § 7 ArbZG bzw. der (nicht unberechtigten) Angst, diese auch einzufordern, die Nichtbeachtung durch Auftraggeber sowie des Nichteinschreitens seitens des AG bei "unerfüllbaren" Anforderungen mancher Auftraggeber wird es aber auch, solange es 12-Std-Schichten gibt, aktuell bleiben

    Guten Morgen :rolleyes:


    Bereits während meiner aktiven Betriebsratszeit, die mittlerweile ein paar Jährchen zurückliegt, fiel mir auf, daß viele Gesprächs- oder Verhandlungspartner auf Ebene der Regionalleitung oder Geschäftsführung über eine Betriebsrats-Vergangenheit verfügen


    Persönlich kenne ich einen Betriebsratsvorsitzenden , der direkt aus dem Amt auf eine Geschäftsführerstelle wechselte, diese jedoch nicht erfolgreich ausführen konnte und nach diesem kurzen Intermezzo die Firma ungewollt verlassen musste, einen Konzernbetriebsratsvorsitzenden, der ebenfalls sein Amt aufgab, um eine angebotene Geschäftsführerfunktion wahrzunehmen , mehrere amtierende Geschäftsführer und Regionalleiter , die in früheren Jahren ebenfalls über die Betriebsratsschiene Kontakte knüpften, die ihnen letztendlich den Aufstieg in die nun ausgeübten Funktionen ermöglichten.


    Zudem kommt die eigene Erfahrung. Auch zu meiner aktiven Zeit als BRV kamen über die Geschäftsführung eindeutige Angebote ( z.b."den halben Tag sitzen sie bei uns im Büro und bearbeiten Akten, den anderen halben Tag sind sie freigestellt, wobei wir gar nicht wissen wollen, was sie genau machen").


    Derartige Angebote wurden jedoch von mir stets abgelehnt, hauptsächlich, da sie in meinen Augen der Versuch waren, kritische BR-Arbeit unterbinden zu wollen (das böse Wort "Bestechung" möchte ich gar nicht so deutlich aussprechen)


    Es stellt sich die Frage : Welche Auswirkung hat das Betriebsratsamt auf die internen Entwicklungsmöglichkeiten ?


    ich behaupte mal, es ist eher förderlich als hinderlich


    förderlich für denjenigen, der sich "kaufen" lässt (unabhängig davon, ob er sich danach noch selbst im Spiegel anschauen kann), wobei , falls sich herausstellt, die Schuhe, die ihm angeboten wurden, wären zu groß, kommt auch wieder schnell der rasante Abstieg, zumindest aber bekommt er eine Chance (aus welchen Beweggründen auch immer), die er ohne BR-Amt niemals bekommen hätte


    oder etwas positiver betrachtet


    förderlich für den, der erst durch die Ausübung eines solchen Amtes aus der Anonymität des "normalen AN" heraustritt und den Entscheidungsträgern im Unternehmen "auffällt", nach dem Motto, so einen könnten wir auf einer anderen Position brauchen,der wäre "auf unserer Seite" gut aufgehoben, man will ihn quasi von der AN-Seite auf die AG-Seite "ziehen"


    Wer kann über ähnliche Erfahrungen berichten bzw. welche Beobachtungen habt ihr diesbezüglich schon gemacht ?

    Falsch, auch das Zweite geht als Arbeitsbereitschaft durch. .


    dann wird klar, warum bei euren Objekten alles so läuft, wie es läuft und das auch so in Ordnung sein soll ;(


    es ist eine der arbeitsvertraglichen Hauptleistungspflichten eines Pförtners, z.b. die Ein-/Ausfahrt eines Werkes zu überwachen/zu beobachten,
    noch dazu, wenn er selbst tätig werden muß, falls jemand rein oder raus fahren will (weil z.b. kein Ausweislesegerät die Öffnungs/Schließtätigkeit automatisch ermöglicht)
    deshalb kann man diese Tätigkeit nicht als Arbeitsbereitschaft sehen, zudem fehlt der "Zustand der Entspannung"


    die Tätigkeit eines Bademeisters, der die Gäste beobachtet, ob nicht vielleicht jemand in Not wäre bzw. Hilfe bräuchte, wird auch niemand als "Arbeitsbereitschaft" bezeichnen können, da es zu seinen Hauptpflichten gehört, "aufzupassen"


    im Gegensatz zur Kartenverkäuferin an der Kasse des Bades, die "nur " darauf wartet, daß jemand kommt und eine Karte kaufen will

    im Gegensatz zu den Be-oder Entladezeiten eines LKW-Fahrers, dessen Hauptaufgabe eben das "Fahren" ist, und der sich dafür auch bereithalten muß, wieder loslegen zu können, wenn be- oder entladen wäre
    ( BAG, 29.10.2002 - 1 AZR 603/01)


    im Gegensatz zu einem Schulhausmeister, der sich in seiner Dienstwohnung "bereit hält", was als ARbeistbereitschaft zählt
    (BAG, 10.07.2003 - 6 AZR 309/02)


    hat er dagegen die Pausenaufsicht, wobei er außer beobachten jetzt nichts großartiges tun müsste, ist schon wieder "Sense" mit Arbeitsbereitschaft

    Es ist auch ein Unterschied gegeben zwischen "Bereitschaft" und "Arbeitsbereitschaft".


    tja, da lässt ja der § 7 ArbZG Raum, geeignete "Mischungen" zu finden, wenn man von Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst spricht


    aber :


    ob man nun in einer Notrufzentrale "rumsitzt" im Zustand "wacher Aufmerksamkeit" und auf akkustische Signale wartet, um zu reagieren


    oder in einer Pforte mit manuell bedienbarer Schranke "rumsitzt", wo gerade niemand kommt, man aber das ganze im Blick haben muß, falls jemand kommen sollte


    sind schon zwei paar Stiefel,


    wobei zweiteres nicht als Arbeitsbereitschaft durchginge, aber gerne so gesehen wird


    Du hilfst dir in dieser Lage selbst: Auto von Deinem Grundstück entfernen (lassen), die Kosten kannst du beim Verursacher geltend machen. Und der wird diese Kosten auch übernehmen müssen.


    nicht ganz unproblematisch, weil ein Zeitfaktor eine Rolle spielt :



    Sofort” im Sinne des § 859 III BGB


    Weiterhin ist zu beachten, dass die Selbsthilfe gem. § 859 III BGB „sofort” zu erfolgen hat. Nur vereinzelt wird vertreten, dass sich der Grundstücksbesitzer ohne zeitliche Begrenzung der verbotenen Eigenmacht erwehren kann (11). Der Begriff „Sofort” bedeutet, dass die Beseitigung der Besitzstörung so schnell wie nach objektiven Maßstäben möglich zu erfolgen hat, ohne Rücksicht auf die subjektive Kenntnis von der Entziehung (12). Das heißt aber nicht, dass augenblickliches oder blitzschnelles Handeln erforderlich ist (13). Bei interessengerechter Auslegung ist vielmehr zu berücksichtigen, dass der Besitzer nicht feststellen kann, wann das Fahrzeug abgestellt wurde und seit wann es bereits dort steht (14). Es ist ihm deshalb eine Informations-, Überlegungs- und Vorbereitungszeit zuzubilligen (15).


    Es besteht keine Einigkeit darüber, wann genau eine Handlung „sofort” im Sinne der Norm vorgenommen wurde. Die strengste Ansicht vertritt wohl Schünemann, der eine noch warme Motorhaube für einen brauchbaren Anhaltspunkt, im Übrigen aber einen zeitlichen Rahmen von höchsten 30 Minuten für zulässig hält (16). Akzeptiert wurden seitens der Rechtsprechung „wenige Stunden" (17); „2-3 Stunden" (18); noch am gleichen Tage" (19) und „noch am folgenden Tag" (20). Andererseits soll „nach 7 Stunden" (21) nicht als „sofort” im Sinne von § 859 III BGB angesehen werden, auch die Nachtzeit (22) soll nach objektiven Maßstäben ungeeignet sein (23).


    Sieht man von dem Problem des Begriffs „sofort” ab, sind, wie auch in den übrigen Fällen, die Voraussetzungen des Anspruchs i. d. R. unproblematisch (24) gegeben (25).


    http://www.verkehrslexikon.de/Texte/PrivatParkverstoss07.php

    vorbildlich - solange das "rumsitzen" nicht mit Überwachung/Beobachtung/Kontrolle/ Aufmerksamkeit etc verbunden ist


    sondern es sich um reines "Bereithalten" handelt



    aber erfahrungsgemäß gehen beim Begriff "Bereitschaft" die Meinungen sehr weit auseinander



    nicht überall, wo der AG gerne "Bereitschaft" draufschreiben würde, ist auch "Bereitschaft" drin,


    , weil 12 Arbeitsstunden so verboten sind.


    ..und schon hat er wieder Recht, wenn man sich die Praxis anschaut


    denn in welcher 12-Std-Schicht ist "regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst " plus der ohnehin vorgeschriebenen Ruhepausen im Sinne dieses Gesetzes so integriert, daß die Schichtdauer nicht zu beanstanden wäre ??




    nicht aus Gründen der Gesundheitsförderung oder Fürsorge wird in einigen Bundesländern auf 8-Std-Schichten zurückgegangen